Markenaufbau | | von Ulrike App

Wie Online-Küchenhändler Kiveda zum neuen Zalando werden will

Die Ansprüche sind nicht gerade unambitioniert. Das Vorbild von Michael Börnicke, CEO des Online-Küchenhändlers Kiveda: Schuh-Shop Zalando, der sich einen eigenen Markt miterschaffen hat. Der Ex-Premiere-Boss hat deshalb nun Sterne-Koch Stefan Marquard engagiert, um dieses Ziel zu erreichen - und den inhouse kreierten Markennamen bekannt zu machen. Die erste Aufgabe von Marquard: Er hat in Berlin einen Showroom eröffnet. "Wir planen weitere Ausstellungsräume in verschiedenen, deutschen Städten", so Börnicke gegenüber W&V Online. Das ambitonierte Startup wählt also eine Mischung aus Online-Handel und Offline-Präsenz.

Marquard gibt zudem für die Hauptstädter Nachhilfe-Unterricht: Bei einem Küchenkauf bekommen die Kunden automatisch einen Online-Kochkurs mit ihm freigeschaltet. Später folgt eine Küche, wiederum mitentwickelt vom neuen Markenbotschafter. "Unser Testimonial wird in verschiedenen Kanälen eingesetzt", sagt Börnicke. Jedoch wird der Fernseh-Koch nicht zwangsweise der Star des geplanten TV-Spots sein, betont Börnicke.

Kiveda verrät die exakte Budget-Höhe für den Markenlaunch nicht, nur von einem "erheblichen Mediadruck" ist die Rede. Doch: "Wir bewegen uns auf Zalando-Niveau", sagt Börnicke. Der Schuhhändler hat seinen Aufstieg unter anderem dank einem Deal mit ProSiebenSat.1 geschafft. Diese Weg geht Kiveda auch. Mit der Sendergruppe aus München ist sich das Startup schon einig - ob in Form eines Media-for-Equity- oder eines Media-for-Revenue-Share-Modells, das kommentiert der ehemalige TV-Manager und Ex-Mitarbeiter von ProSieben nicht.

Kiveda wird ab Mai also breit im TV werben. Der noch recht einfach gestaltete, aktuelle Clip, der auf N24, n-tv und RTL II zu sehen ist, könnte eine Übergangslösung sein. Die momentanen Schaltungen sieht Börnicke "als Testphase", um den passenden Media-Plan auszutüffteln. Der Kiveda-CEO hat zwar keinen formellen Agentur-Pitch angestoßen, jedoch trifft er sich gerade mit etlichen Etat-Anwärtern zum "Brainstorming". Denn zum Fernsehen sollen sich bald noch Online-Maßnahmen und Zeitungsbeilagen gesellen.

Das Unternehmen ist seit Mitte Februar unter www.kiveda.de im Netz. Börnicke bezeichnet das Berliner Projekt als "den ersten echten Küchen-Online-Anbieter". Der 52-jährige kam allerdings erst im Februar zu dem Online-Startup-Unternehmen, hinter dem die European Media Holding (EMH) steht und an dem auch Holtzbrinck Ventures beteiligt ist. Der Ex-CFO der Mode-Firma Escada unterstützt seitdem die Gründer Julian Strosek und Sebastian Sielmann.

Auch hinter dem Online-Reifenshop Tirendo steckt die EMH, dort kann man beobachten, wie der Entwickler von Geschäftsmodellen den Markenaufbau vorantreibt. Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel dient dem Händler seit Herbst 2012 als Testimonial und ist in TV-Spots zu sehen. Tirendo holte sich hierfür die Berliner Agentur Thjnk und Regisseur Thorsten Herken. Der in Barcelona gedrehte Clip ging am 17. September auf Sendung und war auf den TV-Stationen Pro7, Sat.1 und Kabel1 zu sehen.

Offensichtlich ist das Unternehmen zufrieden mit dem Weltmeister. So testete der Berliner Dienstleister CPI Celebrity Performance die Werbewirkung: Personen, die Vettel erkannten, nahmen den Spot im Durchschnitt um 20 Prozent positiver wahr, als die Vergleichsgruppe. Seit Anfang März ist ein neuer 30-Sekünder von Tirendo mit dem Heppenheimer on Air. Ob Koch Stefan Marquard tatsächlich Kivedas Vettel sein wird, zeigen die kommenden Monate.

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Spot-Reihe: Kiveda und die verzweifelten Nicht-Küchen-Besitzer

von Ulrike App

Mit einer nicht gerade angenehmen Situation konfrontiert das Startup Kiveda in einem TV-Spot potenzielle Kunden: Eine Familie wartet seit Monaten auf eine neue Küche. Deshalb muss die Frau des Hauses den Toast föhnen, um etwas Warmes zu servieren. Mit solchen Clips im Sitcom-Stil legt der Online-Anbieter nun eine große TV- und Online-Kampagne auf. Die Botschaft: "Küche kann so einfach sein."

Die erste Folge der Reihe läuft auf Pro Sieben, Sat.1 und Sixx. Kiveda hat nämlich einen Beteiligungsdeal mit der Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 - ganz wie Online-Schuhhändler Zalando. Der zweite Teil folgt dann im August. Im Netz zeigt Kiveda zudem weiteres Material rund um die Spots (Regie: Claas Ortmann).

"Kiveda steht für Qualität und Küchenplanungskompetenz und zeichnet sich durch Schnelligkeit, Individualität und Preis aus", erklärt Michael Börnicke, CEO von Kiveda. Der Ex-CFO der Mode-Firma Escada hat für den Markenaufbau die Münchner Agentur Neverest engagiert. Die Berliner sind erst seit Februar unter www.kiveda.de im Netz. Hinter dem Projekt steckt die European Media Holding. Auch Holtzbrinck Ventures ist an den Hauptstädtern beteiligt. Börnicke hatte im April angekündigt, Kiveda zum neuen Zalando machen zu wollen.

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Spot: Online-Küchenhandel muntert Familien auf

von Susanne Herrmann

Ein geflügeltes Wort, Synonym für Ungeduld und Gequengel: "Mama, wann gibt's endlich was zu essen?" Die Agentur Neverest und Küchenanbieter Kiveda geben die Antwort in ihrem neuen TV-Spot. Allerdings dürfte die im echten leben kaum ein Kind zufriedenstellen: "Schon in sieben Wochen und drei Tagen!" Tatsächlich kann es oft lange dauern, wenn man sich die Kücheneinrichtung im Fachhandel aussucht und auf Maß bestellt. Der Online-Anbieter Kiveda macht damit nach eigenen Angaben Schluss. Und nimmt die langen Lieferzeiten aufs Korn. "Ab zehn Tage nach der Bestellung wird die Kiveda-Küche geliefert und auf Wunsch eingebaut und komplett angeschlossen", erklärt CEO Michael Börnicke sein Konzept.

Der "Mama wann gibt es endlich etwas zu essen"-Spot ist der zweite Teil der Kiveda-Sitcom und aufgrund einer Beteiligung der Sendergruppe auf Pro Sieben, Sat.1 und Sixx sowie Online zu sehen.

Teil eins hatte gezeigt, wie die Familie lange Lieferzeiten zu überbrücken vermag. Die Kampagne konzipierte die Münchner Agentur Neverest.

Kiveda ist nach dem Online-Reifenhändler Tirendo ein weiteres Internet-Startup der European Media Holding (EMH). Beteiligt an Kiveda ist auch Holtzbrinck Ventures.

von Susanne Herrmann - Kommentare Kommentar schreiben