Social Media | | von Frauke Schobelt

"Wir brauchen Zeit": So reagiert Volkswagen auf Facebook

Während die Facebook-Seite von Volkswagen USA offenbar in Schockstarre verharrt und hunderte Nutzer ihren Ärger deshalb unter einem alten Post abladen müssen, bat Volkswagen Deutschland am Donnerstag auf Facebook seine rund 630.000 Follower erneut um Entschuldigung. Am Dienstag hatte sich der inzwischen zurückgetretene CEO Martin Winterkorn bereits in einem Video-Beitrag entschuldigt. In dem heutigen Post verspricht Volkswagen, dass es die "auffälligen Abweichungen" beseitigen werde und bittet um Geduld. Und der Autohersteller wirbt vorsichtig um verloren gegangenes Vertrauen: 

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Lasst uns eines vorweg stellen:

Das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit ist und bleibt unser wichtigstes Gut! Wir bedauern zutiefst, dass wir euer Vertrauen enttäuscht haben und kümmern uns schnellstmöglich um eure Belange.

Alle betroffenen Fahrzeuge sind absolut sicher und fahrbereit. Die aktuelle Thematik betrifft ausschließlich die ausgestoßenen Schadstoffe. Das werden wir beheben!

Klar ist: Wir übernehmen die volle Verantwortung und auch die Kosten für die notwendigen Maßnahmen. Klar ist aber auch, dass das Zeit brauchen wird. Zeit für die Analyse und Zeit, um technische Maßnahmen umzusetzen.

Die aktuell in der Europäischen Union angebotenen Neuwagen mit Dieselantrieb EU sechs aus dem Volkswagen Konzern erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und Umweltnormen. Die beanstandete Software beeinflusst weder Fahrverhalten, Verbrauch noch Emissionen. Ausschließlich bei Fahrzeugen des Motortyps EA 189 wurde eine auffällige Abweichung zwischen Prüfstandswerten und realem Fahrbetrieb festgestellt. Volkswagen arbeitet mit Hochdruck daran, diese Abweichungen mit technischen Maßnahmen zu beseitigen.

Bitte habt Verständnis dafür, dass wir aktuell noch keine weiteren detaillierten Angaben darüber machen können, welche Modelle und Baujahre genau betroffen sind. Wir werden euch so schnell wie möglich wieder informieren. Wir bei Volkswagen werden alles daran setzen, das Vertrauen, das uns so viele Menschen schenken, vollständig wiederzugewinnen und dafür alles Erforderliche tun, um Schaden abzuwenden.

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Das Statement wird von vielen Followern durchaus positiv kommentiert, vor allem von den eingefleischten VW-Fans, die dem Konzern ihre Treue bezeugen. "VW ist kein Autohersteller. Das ist eine große Familie", schreibt einer. Andere schimpfen auf die Amerikaner und bezichtigen sie, VW und der deutschen Wirtschaft Schaden zuzufügen.  Aber es hagelt auch massig Kritik, vor allem von Kunden, die wissen wollen, ob ihre Modelle betroffen sind.

Volkswagen USA hüllt sich derweil auf Facebook in Schweigen. Der letzte Post ist vom 18. September, darunter sammeln sich nun hunderte Kommentare, in denen die Fans ihrem Ärger freien Lauf lassen und sich tief enttäuscht zeigen von den Abgas-Manipulationen. Ein Beispiel von vielen:

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"As a someone who has owned, driven and loved Volkswagens for more than 40 years, because of your criminal actions, I will probably NEVER buy another. #BoycottVW Shame on you."

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Einer fordert VW auf, sich endlich zu äußern:

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"VW, respond to the EPA scandal. Nothing else on this page matters."

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Rund 2,9 Millionen Follower hat die Seite. Ein Potenzial, das der amerikanische Ableger in der Krisenkommunikation momentan nicht nutzt.

Am 22. September hatte sich Volkswagen Deutschland auf Facebook erstmals wie folgt geäußert:

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Liebe Facebook-Nutzer,
wir verstehen eure Enttäuschung. Volkswagen treibt die Aufklärung von Unregelmäßigkeiten einer verwendeten Software bei Diesel-Motoren mit Hochdruck voran. Die aktuell in der Europäischen Union angebotenen Neuwagen mit Dieselantrieb EU 6 aus dem Volkswagen Konzern erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und Umweltnormen. Die beanstandete Software beeinflusst weder Fahrverhalten, Verbrauch noch Emissionen. Somit besteht für Kunden und Händler Klarheit.
Oberstes Ziel des Vorstands bleibt es, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen und Schaden von unseren Kunden abzuwenden. Der Konzern wird die Öffentlichkeit über den weiteren Fortgang der Ermittlungen fortlaufend und transparent informieren.

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Dazu das Video-Statement von Martin Winterkorn:

"Wir brauchen Zeit": So reagiert Volkswagen auf Facebook

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