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Wunscharbeitgeber: Akademiker wollen zu Audi

Gleich zwei Studien bescheinigen dem Autobauer aus Ingolstadt einen hervorragenden Ruf als Arbeitgeber. Worauf es Studenten und Absolventen ankommt und welche Unternehmen sie noch attraktiv finden, haben Universum Communications sowie das Trendence Institut untersucht. Beide sind sich einig: Autokonzerne werden als Arbeitgeber immer attraktiver, Unternehmensberatungen und Banken verlieren. Außerdem zeigen beide Untersuchungen, dass die Bewerber ein ordentliches Einstiegsgehalt erwarten und viele Überstunden zu machen bereit sind.

Im "Top 100 Arbeitgeber 2012 Student Survey" ermittelte Universum die Spitzenreiter Audi, Google und die Max-Planck-Gesellschaft. Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure zeiht es zu Audi sowie zu BMW nach München, Informatikstudenten liebäugeln mit Google und Microsoft, Naturwissenschaftler mit der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft. Massiv verbessert hat sich in der Platzierung VW, bei den BWLern von Platz zehn auf fünf vorgefahren. "Für die größte Überraschung in diesem Jahr sorgten die Informatiker", heißt es seitens Universum, "die mit Electronic Arts und Crytek zwei vormals ungelistete Unternehmen in die Top 20 wählten – erstere sind mit ihrem Neueinstieg auf Platz 8 der 'Newcomer des Jahres'." Wenig überraschend: Männliche Studierende wollen lieber als ihre Kommilitoninnen Karriere in großen Konzernen machen (33 Pozent vs. 22), die es eher Richtung Mittelstand zieht. Und wo wir gerade dabei sind: Weniger verdienen wollen die Frauen auch. Laut Universum-Studie liegen ihre Gehaltsvorstellungen um 15 Prozent niedriger als die der Studenten.

Gesunken ist unter den 24.000 Umfrageteilnehmern die Bereitschaft, am Arbeitsplatz massive Üebrstunden oder einen hohe Fluktuation hinzunehmen - ein deutliches Signal an die Unternehmen, das Thema Personalmarketing und Mitarbeiterzufriedenheit zur Chefsache zu machen. Frauen sind die Ausgewogenheit zwischen Beruf und Privatleben sowie die Sicherheit des Jobs wichtiger als den Männern, bei den männlichen Befragten kommt es zwar auch auf Work-Life-Balance, aber eben auch stark auf die Führungsverantwortung an (siehe Grafik).

Dem "Trendence Graduate Barometer 2012" zufolge liegen Audi und BMW auch vorn: Das Institut befraget ebenfalls Studenten, allerdings rund 36.000 - und alle stehen kurz vor ihrem Abschluss. Anstelle der Naturwissenschaftler kommen hier außerdem die Juristen in der Auswertung zum Zuge.

Bei Trendence wie bei Universum legen die Autokonzerne an Beliebtheit zu (links), die Berater und Wirtschaftsprüfer sowie Banken verlieren. "Die Bewerbergeneration 2012 zeigt sich sehr selbstbewusst", sagt Holger Koch, Geschäftsführer von Trendence. "Viele sind sich durchaus dessen bewusst, dass sie in Zeiten des aufziehenden Fachkräftemangels eine gesuchte Spezies sind". Dementsprechend steigen die Gehaltswünsche (auf rund 44.000 Euro im Jahr); dafür sind die Trendence-Absolventen aber lediglich bereit, 45,5 (BWL) bzw 43,2 Stunden (Ingenieure) pro Woche zu arbeiten. Auf Leitungsposten sind die Befragten dieser Studie ebenso wie bei Universum durchaus scharf.

Die Ergebnisse der Universum-Studie stelle die "Wirtschafts Woche" vor, die Rangliste von Trendence erscheint im "Manager-Magazin".

- Auch bei Facebook ist Audi beliebt - so beliebt, dass der Konzern nun eine stuntreife Leistung als Dankeschön erbracht hat. -

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Bei Audi wollen alle arbeiten

von Susanne Herrmann

Wenn sich die Hochschulabsolventen aussuchen könnten, wo sie arbeiten, dann würden die meisten nach dem Abschluss bei Audi und BMW anfangen. Das bestätigt die Studentenbefragung Trendence Graduate Barometer. Schon im Mai 2012 attestierten zwei Studien dem Ingolstädter Autohersteller den besten Ruf bei Universitätsabgängern. Für das Trendence Graduate Baro­me­ter wurden gut 37.000 Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen, zu ihren Karriereplänen befragt.

Auf den weiteren Plätzen liegen ebenfalls Automobilfirmen, nach Volkswagen und Porsche sichert sich Adidas den fünften Platz und überholt Mercedes (siehe Tabelle oben). Dennoch: Audi, seit Jahren Wunscharbeitgeber Nummer eins für deutsche Absolventen, verliert 2013 leicht an Beliebtheit. Gewinner im Kampf um den Nachwuchs sind vor allem BMW und Volks­wagen. Beiden Automobilherstellern gelingt es, immer mehr Frauen von sich zu überzeugen. 

Und die legen Wert auf andere Punkte als die männlichen Absolventen: Den Studentinnen kommt es stärker auf Betreuungsmöglichkeiten für Kinder an - mehr als 50 Prozent der Frauen, aber weniger als 25 Prozent der Männer wünschen sich Betreuungs­möglichkeiten am Arbeits­platz. "Männ­liche Berufs­einsteiger sehen das Thema Familienarbeit immer noch weniger bei sich, während es für Frauen bereits beim Uni-Abschluss wichtig ist", sagt Trendence-Geschäfts­führer Holger Koch. Dafür legen die Studentinnen weniger Wert aufs Gehalt. Koch: "Schon beim Berufseinstieg treten Frauen mit niedrigeren Erwartungen an als ihre männlichen Kommi­li­­tonen." Zwar erwartet eine Absolventin mit Wirtschafts­abschluss heute rund 800 Euro mehr Gehalt als vor zehn Jahren - allerdings im Jahr, nämlich rund 41.000 Euro. Im selben Zeitraum stieg die durch­schnittliche Gehalts­erwartung ihrer männlichen Kommilitonen um 4.200 Euro auf fast 47.000 Euro Jahresgehalt.Geschlechtsunabhängig: Für die meisten Absolventen (rund 80%) bedeutet eine gute Work-Life Balance vor allem flexible Arbeitszeiten.

Wenig beliebte Arbeitgeber sind Banken und Unternehmensberatungen: 2013 landet wieder kein Unter­neh­men dieser Branchen in den Top Ten der Wunscharbeitgeber. Ein Job bei der Deutschen Bank reizt nur noch 3,9 Prozent der Wirtschaftsabsolventen (Rang 15), McKinsey fährt mit Rang 19 das schlechteste Ergebnis seit zehn Jahren ein.

Trendence untersucht seit 15 Jahren die Wunscharbeitgeber von  Absolventen  der Fächergruppen Business, Ingenieurswesen, IT, Recht. Die Ergebnisse der aktuellen Studie er­scheinen exklusiv in der Mai-Ausgabe des "Manager Magazins".     

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