Ein Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Krebs sei nicht eindeutig erwiesen, heißt es vom Deutschen Fleischer-Verband.
Ein Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Krebs sei nicht eindeutig erwiesen, heißt es vom Deutschen Fleischer-Verband. © Foto:Deutscher Fleischer-Verband

Imageschaden | | von Anja Janotta

Wurstkrebs: So reagieren Industrie und das Netz

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat am gestrigen Montag Wurstwaren und rotes Fleisch als potenziell krebserregend geächtet. Die Wurstindustrie ist entsprechend geschockt. Erste Stellungnahmen der Verbände trudeln ein.

So hat der Schutzverband Schwarzwälder Schinkenhersteller der Weltgesundheitsorganisation WHO, an die die Agentur für Krebsforschung angeschlossen ist, eine Verunsicherung der Verbraucher vorgeworfen. Von Schinken gehe keine Gesundheitsgefahr aus, sagte Verbandschef Hans Schnekenburger der dpa. Die WHO habe ihre Vorwürfe nicht mit Zahlen belegt, die Debatte sei ideologisch gefärbt. 

Auch die Fleischer haben sich zu Wort gemeldet. Ein Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Krebs sei nicht eindeutig erwiesen, heißt es vom Deutschen Fleischer-Verband. Es handle sich um einen rein mathematisch ermittelten Risikofaktor. Verbands-Pressesprecher Gero Jentzsch sagte gegenüber dpa, alles andere wie die Lebensverhältnisse der Konsumenten werde außer Acht gelassen. "Es gibt keinen monokausalen Zusammenhang zwischen Verzehr und Krebs."

W&V-Anfragen an Nestle, Gutfried und Rügenwalder sind bislang noch nicht beantwortet worden. In den USA hatte das "Beef Magazine" sofort reagiert und eine wissenschaftliche Stellungnahme veröffentlicht, die insbesondere die Ergebnisse zu rotem Fleisch bezweifelt. Auch die Deutsche Ausgabe hat reagiert. Chefredakteur Jan Spielhagen: Wir rufen jedoch schon immer in 'Beef' zu einem gemäßigtem Fleischkonsum auf und empfehlen eine richtige, nicht gesundheitsschädigende Zubereitung. Vielmehr müssen wir genau hinschauen, was wir essen – es gibt viele Momente, in denen wir Fleisch zu uns nehmen, sei es durch die Zubereitung eines Gerichtes mit Fleischbrühe oder der versteckte Speckwürfel im Salat, und wir nehmen dies nicht einmal wahr."

Für die Netz-Spötter ist der #Wurstgate indessen ein gefundenes Fressen. Auf Facebook werden Solidiaritäts-Schleifchen aus Speck verbreitet. #Wurst rangierte noch am Dienstag als Top-Trend bei Twitter. Hier einige Tweets:

(mit dpa-Material)

Wurstkrebs: So reagieren Industrie und das Netz

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