Manfred Parteina, ZAW-Hauptgeschäftsführer: "Neue gesetzliche Regelungen zur Werbung wären eine Scheinlösung im Rahmen einer großen gesellschaftlichen Herausforderung."
Manfred Parteina, ZAW-Hauptgeschäftsführer: "Neue gesetzliche Regelungen zur Werbung wären eine Scheinlösung im Rahmen einer großen gesellschaftlichen Herausforderung." © Foto:ZAW

Werberegulierung | | von Frauke Schobelt

ZAW: Werbeverbote kein Mittel gegen frauenfeindliche Übergriffe

Der Werbeverband ZAW reagiert auf einen Vorstoß der SPD, sexistische Werbung verbieten zu lassen. Wie der "Spiegel" meldet, planen die Sozialdemokraten das Jahr 2016 zum "Jahr der Frauen" auszurufen. Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht will die Partei das Geschlechterbild modernisieren und für mehr "Respekt im Alltag" sorgen. Deshalb fordert sie ein Verbot für Werbung, die Frauen oder Männer herabwürdigt. Über eine entsprechende Beschlussvorlage hat der SPD-Parteivorstand am Montag auf seiner Klausurtagung abgestimmt. In dem Papier geht es auch um mehr Lohngerechtigkeit, flexiblere Arbeitszeiten und den Ausbau von Kitas.

Der ZAW, Dachverband der deutschen Werbewirtschaft, fühlt die Branche zu Unrecht an den Pranger gestellt. Wie es in einer Stellungnahme heißt, verurteile der Verband scharf die massenhaften Übergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten. Es sei jedoch "sachwidrig", diese Vorkommnisse mit der Werbewirtschaft in Verbindung zu bringen und aus diesem Anlass ein gesetzliches Verbot geschlechterdiskriminierender Werbung zu fordern. "Rechtswidriges Verhalten wie in Köln hat nichts mit Werbung zu tun", sagt Manfred Parteina, Hauptgeschäftsführer des ZAW. "Neue gesetzliche Regelungen zur Werbung wären eine Scheinlösung im Rahmen einer großen gesellschaftlichen Herausforderung."

Parteina verweist stattdessen auf die Selbstkontrolleinrichtung Deutscher Werberat, die seit Jahren geschlechterdiskriminierende Werbung anprangert. Diese Arbeit gelte es politisch zu stärken. Der ZAW betont außerdem, dass die Bundesregierung im Juni 2015 in ihrem Bericht zum "UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau" auf den engen verfassungsrechtlichen Rahmen bei der Einschränkung von Werbung hingewiesen habe. Dabei würdigte sie auch die Arbeit des Deutschen Werberats.

ZAW: Werbeverbote kein Mittel gegen frauenfeindliche Übergriffe

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