| | von Jochen Kalka

100 Jahre Axel Springer: Die Liebe höret nimmer auf

Bei jedem guten Jubiläum ist es eine Art Drohkulisse: das Rednerpult. Mit eben diesem Möbelstück droht Springer seinen 1000 hochkarätigen Gästen am Mittwochabend, als sie die Ullstein-Halle in Berlin für den Festakt betreten. Doch wer einen Abend mit langweiligen Lobhudeleien erwartet hat, wurde enttäuscht. Und so entfernte sich gleich zu Beginn das bedrohlich wirkende Rednerpult von selbst. Und es trat auf: ein jung wirkender Mann, jovial, in Jeans und Kapuzenjacke, an einem primitiven Schreibtisch. Es war Mathias Döpfner, seit nunmehr zehn Jahren Vorstand bei Axel Springer. Er schrieb einen fiktiven Brief an den 1985 verstorbenen Verlagsgründer, den Döpfner, damals Anfang 20, nie persönlich über den Weg gelaufen war: "Weil wir uns nie kennengelernt hatten, konnten wir auch nie enttäuscht sein. Gegenseitig", so der Mann in Jeans.

 

Der kurzweilige Festakt zum 100. Geburtstag des großen Verlegers war dann auch mehr eine lockere Revue denn eine strenge Geburtstagsfeierlichkeit. Mit einer Zeitreise durch das Leben des A.S. Dabei gingen die Künstler nicht gerade zimperlich mit dem Gründer um. Frauen, immer wieder Frauen, Krisen, Selbstzweifel. Am Ende dann der Verkauf seines Lebenswerkes, der Gang an die Börse. Der Tod von Axel Springer war ein dunkler Raum, in dem nur Herzklopfen zu hören war - bis das Herz still stand. Auftritt Friede Springer. Sie war stolz, mit Axel verheiratet gewesen zu sein, sie lebte, wie sie sagte, nicht ihr Leben, sondern seins: "Es war die große Liebe. Für uns beide!"

Dass zwischendurch Max Raabe und Udo Lindenberg aufgetreten sind, schien fast selbstverständlich. Neben den vielen prominenten Gästen wie Bundespräsident Joachim Gauck, Thomas Gottschalk oder RTL-Urgestein Helmut Thoma wurden Bela Anda gesichtet (Ex-AWD), Uli Löchner (Mercedes), aber auch viele Kollegen von anderen Medienhäusern wie Elke Schneidebanger (AS&S), Andreas Schoo (Bauer) und Herbert Flecken (Madsack).

100 Jahre Axel Springer: Die Liebe höret nimmer auf

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