50 Jahre W&V:
1981 machte die "W&V" Werber zu Autotestern
1981 massierte der Hessische Rundfunk die Köpfe seiner Hörer und der deutsche Rolling Stone kam ins Rollen. Die Aktion "Werber testen ihr Auto" verriet, welche Modelle W&V-Leser in den 80ern fuhren.
Für die Werbe- und Medienbranche gehörte es seit jeher zum guten Ton, in W&V zu werben und auf die Leistungen der herausgegebenen Medien hinzuweisen. Die Motive geben einen aus heutiger Sicht oft amüsanten Einblick in die Entwicklung der Unternehmen und ihrer Portfolios.
Die Kaufzeitung "Bild" muss mangels festen Abonnenten jeden Tag aufs neue Käufer überzeugen, klagt das Blatt. Am wichtigsten seien dafür reißende Headlines, von denen die Zeitung diverse listet. Allerdings sei jedes Schaufenster oder Plakat ein konkurrierender Blickfang. Ein fairer Wettkampf, meint Bild.
Das Autoheft "Auto, Motor und Sport" ruft Kreative dazu auf, Nachfolge-Modelle für einige große PKW-Marken zu entwerfen. Darunter die Ente, der Porsche 911 und der VW-Golf. Letzterer war 1981 ausnahmsweise nicht das Fahrzeug mit den meisten Neuzulassungen in Deutschland – von 1980 bis 1983 nahm der Opel Kadett diesen Rang beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein.
Das 1962 von Arnold Janssen gegründete gleichnamige Werbemittel- und Prospektverteil-Unternehmen kämpfte seit jeher gegen das schlechte Image von Haushaltswerbung an und firmierte daher auch als Werbeagentur Janssen. 1999 wurde Janssen von der Post AG übernommen, die sich damit ein neues Geschäftsfeld erschloss.
Werber und Kreative hatten eine hohe Affinität zu BMW– das zeigte auch die Aktion "Werber testen ihr Auto" von W&V. Der Münchner Hersteller überzeugte die Kreativen dabei in Sachen Fahrverhalten und Zufriedenheit genauso wie in Sachen Kommunikation. Daneben waren Porsche und Alfa Romeo bei Werbern gefragt.
Mit einer leicht bekleideten jungen Dame will "Cosmopolitan" die meist männlichen Entscheider über Werbebudgets für ein Inserat in dem ein Jahr zuvor gegründeten Blatt gewinnen.
Der von der Bundesärztekammer (BÄK) und von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) getragene Deutsche Ärzte-Verlag, Herausgeber des 1872 gegründeten "Deutschen Ärzteblattes", hatte damals auch Medien für Konsumenten im Portfolio: Das Gesundheitsmagazin "Medizin heute" informierte in den Wartezimmern niedergelassener Ärzte über Gesundheitsthemen und wurde 2006 nach 56 Jahren Erscheinen eingestellt.
Nach fast 80 Jahren wurde Ende 2012 die Printausgabe der "Newsweek" eingestellt. 1981 rührte das Blatt noch eifrig die Werbetrommel und vermeldete stolz rund zwei Millionen Leser in 193 Ländern.
In einer Anzeigenserie vermittelt der "Kölner Express" Kenntnisse zum Verstehen des rheinischen beziehungsweise kölnischen Dialektes. Als Motiv des Inserats dient die bekannte Kulisse eines aus dem Kölner Hauptbahnhof ausfahrenden Zuges vor dem Dom.
Der Werbefunk Saar lehnt sich in seinem Inserat an den Magenbitter-Hersteller Underber gan. Ob auch der Werbefunk Saar "ganz schön bitter" schmeckt und ob Underberg dies gefallen hat, ist nicht bekannt.
Nach einem Jahr schon 356000 verkaufte Exemplare, betont das 1980 gestartete Männer-Heft "Penthouse". Trotz seiner Verkaufserfolge wirken die Inserate im Vergleich zum Konkurrenten "Playboy" von Bauer aber bescheiden.
Der Computer hielt Einzug in die Deutschen Unternehmen. Entsprechend wuchs auch die Auflage des Entscheidermagazins "Computerwoche". 1981 verkaufte das Blatt sogar bereits mehr Exemplare als heute – im ersten Quartal 2013 waren es nur knapp 15000 Exemplare.
Das US-Lifestyle- und Musikmagazin "Rolling Stone" kündigte frühzeitig den Start seiner Deutschland-Ausgabe im November 1981 an.
Die Anzeige wirbt nicht etwa für das Postpaket der Deutschen Bundespost, sondern für den gemeinsamen Vermarkter der IHK Zeitschriften, der Kontakte zu Entscheidungsträgern im deutschen Mittelstand verspricht.
Der Hessische Rundfunk massiert seinen Hörern unterwegs morgens und abends den Kopf – darauf deutet jedenfalls das Anzeigenmotiv der Vermarktungsgesellschaft Werbung im Rundfunk hin. Wer mehr Infos anfordert, kann sogar eine goldene Zehn-Dollar-Münze gewinnen.
Ende 1981 erschien das 1978 gegründete Frauenblatt "Journal für die Frau" von Axel Springer noch monatlich. Bald darauf stellte das Blatt auf 14-täglich um. 2004 erwarb Burda den Titel. Anfang 2005 stelle Burda das Blatt ein, die Abonnenten wurden Burdas "Freundin" zugeschlagen.
Fachmedien müssen keine grauen Mäuse sein. Um dies zu kommunizieren, bedient sich der Holzmann Verlag aus Bad Wörishofen (u.a."Handwerkszeitung") einer besonders farbenfrohen Version des Nagetiers.