| | von Franziska Mozart

Aart de Geus wird Chef der Bertelsmann Stiftung

Der Holländer Aart de Geus, 56, tritt Anfang August die Nachfolge des 69-jährigen Gunter Thielen an der Spitze der Bertelsmann Stiftung an. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (F.A.Z.). Das Kuratorium der Bertelsmann Stiftung bestimmte den früheren niederländische Arbeitsminister zum neuen Vorstandsvorsitzenden, nachdem Thielen altersbedingt ausscheiden wird. de Geus ist bereits seit 1. September 2011 Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Dort verantwortet er die Programme in den Bereichen Europa, Arbeitsmarkt und Globalisierung. Davor war der Holländer stellvertretender Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), und von Juli 2002 bis Februar 2007 niederländischer Minister für Arbeit und Soziales.

Ursprünglich sollte Brigitte Mohn, die bereits im Vorstand sitzt, den Posten übernehmen. Aber die Tochter der Konzernerbin Liz Mohn sei aus familiären Gründen in der nächsten Zeit nicht in der Lage, ganztags für die Stiftung zur Verfügung zu stehen, sagte Thielen im Gespräch mit der "F.A.Z." – zu lesen in der Samstagsausgabe. Damit ist für Brigitte Mohn der Weg an die Spitze der Stiftung aber nicht versperrt; Thielen stellte klar, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nach oben rücken könnte. "Wir machen jetzt einen schrittweisen Generationswechsel. Wenn de Geus pensioniert wird, ist immer noch genügend Zeit für Brigitte Mohn, an die Spitze zu rücken", zitiert die Zeitung den bisherigen Vorsitzenden.

Im Gespräch mit der "F.A.Z." gab Thielen erstmals zu, dass die Bertelsmann Stiftung wegen der Nähe zur Bertelsmann AG und damit zur Medienmacht von RTL und Gruner + Jahr ein latentes Glaubwürdigkeitsproblem hat. "Daher müssen wir noch stärker transparent machen, dass die Bertelsmann Stiftung keinerlei Vorarbeiten für die Bertelsmann AG leistet", sagte Thielen, der zum Jahreswechsel auch den Aufsichtsratsvorsitz beim Bertelsmann-Konzern abgibt. Nach Informationen der "F.A.Z." soll Christoph Mohn, der Bruder von Brigitte Mohn, dann Chefaufseher des Medienkonzerns werden. Thielen verteidigte die oft kritisierten personellen Verflechtungen zwischen der Stiftung, deren Kuratorium und dem Aufsichtsrat der Bertelsmann AG. Diese Verflechtungen seien nicht gemeinnützigkeitsschädlich, sondern gängige Praxis bei Stiftungen mit Unternehmensbeteiligungen. Grundsätzlich werde die Personenidentität aber künftig abnehmen. Die Bertelsmann Stiftung ist Mehrheitseigentümer der Bertelsmann AG.

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