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Alice Schwarzer muss sich Jörg Kachelmann geschlagen geben - nach einem "Emma"-Artikel über Vergewaltigungsopfer.
Alice Schwarzer muss sich Jörg Kachelmann geschlagen geben - nach einem "Emma"-Artikel über Vergewaltigungsopfer. © Foto:Emma

| | von Petra Schwegler

Alice Schwarzer vs. Jörg Kachelmann: "Emma"-Chefin zieht den Kürzeren

Der Freispruch von Ex-ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung ist jetzt ein Jahr her. Mit Alice Schwarzer, die während des Prozesses via „Bild“ und auch sonst das Wort gegen den Schweizer geführt hat, liegt sich Kachelmann immer noch in den Haaren. Jetzt ist die „Emma“-Chefin Kachelmann vor Gericht unterlegen. Wie unter anderem der „Spiegel“ berichtet, war Anlass des erneuten Rechtsstreits eine Passage in ihrer Zeitschrift "Emma", die als Vorwurf der Vergewaltigung verstanden werden könnte. "Emma" hat darin "Claudia D." im Winter in eine Reihe gestellt mit "86.800 geschätzten vergewaltigten Frauen im Jahr, deren Vergewaltiger nie angezeigt, nie angeklagt oder nie verurteilt wurden". Mit "Claudia D." hatte die Presse den Namen von Kachelmanns Ex-Geliebter abgekürzt, die ihn angezeigt hatte.

Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker hat dagegen im Februar eine einstweilige Verfügung erwirkt, Schwarzer legte Widerspruch ein. "Claudia D." sei ein Allerweltsname, so ihr Anwalt, und nicht zwingend jene Frau; zudem wisse der Leser, dass Kachelmann freigesprochen wurde. Das Kölner Landgericht stimmt dem nicht zu. Gegen das Urteil könnte Schwarzer in Berufung gehen.

Kachelmann triumphiert indes über seine Widersacherin. Wie stets nach den Verfahren gegen die Presse tut der Schweizer seine Freude krud im Social Web kund: Am Montag nach dem „Spiegel“-Artikel twittert Jörg Kachelmann und verbreitet so - gewohnt hämisch - die Mitteilung seines Anwalts.  

Kachelmann twittert mal wieder.. (Screenshot)

Kachelmann twittert mal wieder.. (Screenshot)

Alice Schwarzer vs. Jörg Kachelmann: "Emma"-Chefin zieht den Kürzeren

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"Keine möchte, dass sie aufhört": "Emma" verteidigt Schwarzer

von Anja Janotta

Die "Emma"-Redaktion stellt sich demonstrativ hinter ihre Herausgeberin Alice Schwarzer. Die sechs Frauen sprechen in einer Erklärung von einer "gezielten Demontage einer unbequemen Person". Sie seien es leid, dass dabei "mit Lügen, Halbwahrheiten und Behauptungen gearbeitet wird". Schwarzer hatte - wie in der vergangenen Woche bekannt wurde - über Jahre ein Konto in der Schweiz, deren Zinseinnahmen sie nicht versteuert hat. Mit einer Selbstanzeige hatte sie sich angezeigt und 200.000 Euro plus Zinsen nachgezahlt.

Die Medien berichteten, so kritisieren es die Redakteurinnen, "seit über 20 Jahren mit identischen Formulierungen und den immergleichen 'Informantinnen'. (...) zum x-ten Mal erleben wir es, dass dazu anonyme angebliche ehemalige 'Emma'-Mitarbeiterinnen zitiert werden. Dabei entsteht ein Phantombild von Alice Schwarzer, das nichts mit dem Menschen zu tun hat, den wir kennen. Wir allerdings werden, wie immer, nicht gefragt. Deshalb möchten wir uns hier ungefragt zu Wort melden," heißt es in der Stellungnahme der Redakteurinnen weiter.

Schwarzer habe mit der Selbstanzeige ihren Fehler "im Rahmen der geltenden Gesetze gelöst", betonen ihre Mitarbeiterinnen. "Das jedoch ist Alice’ persönliches Problem und hat wenig mit 'Emma' zu tun." Die sechs Unterzeichnerinnen, zum Teil schon seit über 30 Jahren Kolleginnen von Schwarzer, loben ihre Herausgeberin: "Keine von uns möchte, dass sie aufhört."

Allerdings sind am Wochenende noch weitere Details zu den Steuervergehen bekannt geworden. Wie der "Spiegel" berichtet, ist das Verfahren, anders als Schwarzer es dargestellt hat, noch nicht beendet. Die Staatsanwaltschaft in Köln habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie in diesen Fällen üblich sei. Die Schweizer "Sonntagszeitung" hatte am Wochenende gemeldet, Schwarzer habe 3,5 Millionen Euro in der Schweiz angelegt.

von Anja Janotta - Kommentare Kommentar schreiben

Kachelmann siegt erneut gegen "Emma"

von Anja Janotta

Der Dauerstreit zwischen "Emma"-Herausgeberin Alice Schwarzer und Jörg Kachelmann ist um ein Urteil reicher. Auch in einer Glosse darf "Emma" Kachelmann nicht als Vergewaltiger bezeichnen, hat das Kölner Oberlandesgericht entschieden, meldet der "Spiegel". Das Urteil erging bereits in der zweiten Instanz. In der fraglichen Kolumne hatte das Magazin vorgeschlagen, "Unschuldsvermutung" und "einvernehmlicher Sex" als Unworte des Jahres zu küren. Sie erschien 2011, als der Prozess wegen mutmaßlicher Vergewaltigung gegen Kachelmann lief, der später freigesprochen wurde.

Das Kölner Oberlandesgericht sah die Persönlichkeitsrechte von Kachelmann durch die Glosse verletzt. Außerdem entschied das Gericht, dass eine Revision nicht zulässig ist - mangels grundsätzlicher Bedeutung. Das aber will die streitbare Frauenzeitschrift nicht auf sich sitzen lassen. Sie erwägt laut "Spiegel" nun, eine Nichtzulassungsbeschwerde durchzukämpfen. Bereits 2011 hatte sich die Redaktion um Herausgeberin Alice Schwarzer kämpferisch gezeigt und online angekündigt, "wenn nötig bis zum Bundesgrichtshof" die Sache zu verfolgen.

von Anja Janotta - Kommentare Kommentar schreiben