| | von Lisa Priller-Gebhardt

Annette Weber schockt Burda-Belegschaft

In der ARD-Sendung "Panorama" ist "Instyle"-Chefin Annette Weber tief ins Fettnäpfchen getreten. Auf den Burda-Fluren ist die "Instyle"-Chefin derzeit Gesprächsthema Nummer eins.

Der Hintergrund: In der Redaktion des Fashion-Magazins "Instyle" haben Mütter, die nach der Babypause einen Teilzeit-Job wollen, kaum Chancen. In der Redaktion, in der es lediglich ein paar Quotenmänner gibt und ansonsten nur Frauen, gibt es lediglich vier Teilzeitstellen. Die Gesuche anderer Frauen seien von der Redaktion abgeschmettert worden, erklärte der Bayerische Journalistenverband.

Das enthüllt ein Bericht des NDR-Magazins "Panorama", der am Donnerstagabend im Ersten ausgestrahlt wurde. In der Redaktion des Frauentitels "Elle" soll es nicht viel besser aussehen. Annette Weber gibt in dem Beitrag zu bedenken, dass es sich bei "Instyle" um eine Redaktion handele und nicht um "betreutes Wohnen". Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten könne man keine "Mitarbeiter mitschleppen". Sie erwarte von ihren Leuten nicht "nur 100, sondern 150 Prozent."

Die Chefredakteurin erwartet aber noch mehr: Auf einer Online-Plattform von "Instyle", die temporär für den 10-Jahres-Geburtstag des Magazins aufgesetzt wurde, verrät Weber ("Redaktionsalltag bei Instyle"), warum die Modeassistentinnen in ihrer Redaktion alle auffallend schlank sind: Die Mädchen führen die Looks in der Redaktion vor und wer da nicht in die kleinen Größen passe, die die Designer schicken, dürfe auch nicht vorführen. Da würden sich dann manches Mal "Dramen abspielen", so Weber. Aber da kennt die Chefin kein Pardon: Schließlich sieht der Look "bei den Dünnsten auch besser aus".

Annette Weber schockt Burda-Belegschaft

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Lernen von... Annette Weber: "Eine Bikerjacke gibt Halt"

von Irmela Schwab

Annette Weber verrät im Gespräch mit W&V Online-Autorin Irmela Schwab die Mode-Trends, mit denen im Büro und im Alltag bewundernde Blicke sicher sind. Und was kann die Business-Frau dieses Jahr getrost im Schrank lassen? Die "InStyle"-Chefredakteurin meint: den klassischen Blazer.

Frau Weber, Sie kommen gerade von der Fashion-Week aus Mailand. Was waren dort die größten Trends?
Wir haben sehr viele schöne klare Juwelenfarben gesehen: Rubinrot, Smaragd, Türkis und Coralle. Ein großes Thema war auch luxuriöser Materialmix aus Pailletten und Wolle. Oder ein Pelzmantel, der aus zwei verschiedenen Pelzen zusammengesetzt oder in der oberen Hälfte lederbesetzt ist. Es war unglaublich luxuriös, was es in Mailand zu sehen gab. Bestimmt wird die kommende Wintersaison dadurch sehr erfolgreich für den deutschen Einzelhandel.

Was sind die Business-Must-Haves für dieses Jahr?
Auf gar keinen Fall ein klassischer Blazer. Ich würde den Blazer dieses Jahr durch eine elegante Bikerjacke aus Leder ersetzen. Das sieht schick aus und vermittelt einem ein gutes kräftiges Gefühl, weil sie Halt gibt - und das brauchen wir Frauen ja gelegentlich, wenn es hart zur Sache geht. Dazu empfehle ich einen schönen Pencil-Skirt oder eine Hose, die unten ausgestellt ist im Stil der Siebziger.

In Sachen Frauen im Top-Management hört man oft, Frauen sollten sich mit einem Anzug bekleiden. Geht es wirklich nicht auch im Rüschenkleid, wenn man sachlich kompetent ist?
Ein Rüschenkleid würde ich im Top-Management auch nicht anziehen. Denn Rüschen gehören in den Abend und nicht in den Tag. Aber andererseits halte ich von Frauen, die sich wie Männer verkleiden, optisch gesehen wenig. Denn Frauen sind ja in den Führungspositionen, weil sie Frauen sind, nicht weil sie die noch tougheren Männer sind. Und so gesehen, sollten sie sich auch wie Frauen anziehen: hübsch also. Denn es ist ja auch unsere Stärke, dass wir ein bisschen anders denken und anders sind. Das kann man dann ruhig auch durch Kleidung ausdrücken.
 
Die passenden Schuhe machen ein schickes Outfit ja erst perfekt. Was aber tun, wenn es regnet oder schneit?
Wenn es regnet oder schneit, ziehe ich selbstverständlich Ugg Boots an, wie heute ja Millionen deutscher Frauen. Meine schicken Schuhe nehme ich dann ins Büro zum Wechseln mit. Das machen auch viele meiner Kolleginnen. Wenn es im Sommer regnet und sie mit der U-Bahn ins Büro fahren, tragen sie Turnschuhe oder die derzeit sehr angesagten Gummischuhe. Und alle haben Schuhe zum Wechseln fürs Büro dabei.

In Frauen-Zeitschriften sieht man ja regelmäßig Styles aus anderen Städten wie New York, Paris oder Rom: Sieht es nicht komisch aus, in einem New Yorker Melonenhut durch München zu schlendern?
Was man in den Frauenzeitschriften sieht, ist natürlich immer nur eine Richtung, in die es geht. In New York sind die Frauen unglaublich stylisch und ganz schick und teuer angezogen. Sie tragen Kleider, Röcke, Blusen aus Chiffon und Seide. In Italien sind die Frauen sportlicher angezogen, sie bevorzugen flache Schuhe, Pullover und schöne Jeans. In Paris sind die Frauen im Moment vielleicht am coolsten angezogen. Sie tragen schwarze Bikerlederhosen, T-Shirts und die neuen Blazer mit den akzentuierten Schultern. Das alles sind aber nur Richtungsmerkmale. Je nachdem in welcher Stadt man lebt, kann man sich dann nach diesem Kleidungkodex richten: entweder ganz oder indem man etwas reduziert. Man muss ja nicht unbedingt einen Hut aufsetzen, wenn man das nicht möchte, aber vielleicht ist so eine schwarze Bikerhose für diejenige, die in Berlin Mitte lebt, gar nicht so verkehrt.

Zuletzt eine private Frage: Wieviele Handtaschen haben Sie zuhause und welche tragen Sie derzeit am liebsten?
Wie jede andere Frau auch in Deutschland habe ich einen Schuh- und Taschentick. Ich habe unglaublich viele Taschen, die ich aber nicht so gerne wechsle. Ich trage sie mehrere Tage hintereinander, egal zu welchem Outfit. Sonst müsste ich ja immer alles, was sich in der Tasche befindet - vom Fingernagel-Repair über den Kaugummi bis hin zum Lippenstift - in die andere Tasche verfrachten. Abends trage ich oft meine schwarze Chanel-Tasche und eine Clutch von Louis Vuitton. Tagsüber trage ich gerade eine Tods-Tasche, aber ich habe natürlich auch Taschen von Hermès, die ich sehr liebe und übrigens seit Jahren habe. Ich bin davon abgekommen, dass ich mir It-Bags kaufe, die ich dann nur eine Saison trage. Dafür sind sie dann doch zu teuer. Ich möchte lieber eine Tasche, die ich mein ganzes Leben lang tragen kann, weil ich sie schön finde.

von Irmela Schwab - Kommentare Kommentar schreiben

"InStyle"-Chefredakteurin Annette Weber hasst E-Mails

von Franziska Mozart

Für das Fashion-Magazin "Daily Front Row" gewährt die "InStyle"-Chefredakteurin Annette Weber - nicht ganz ernst gemeinte - Einblicke in ihren Arbeitstag. Das Magazin hat die deutsche "Instyle"-Chefin und ihren amerikanischen Kollegen Ariel Foxman interviewt und deren Tagesabläufe gegenübergestellt.

Die bekennende E-Mail-Hasserin Weber habe demnach keinen Twitter-Account, weil sie "so altmodisch" sei, beantworte aber handgeschriebene Leser-Briefe. Foxman dagegen lebe auf Twitter. Ihren Arbeitstag lässt die für launige Aussprüche bekannte "Instyle"-Chefin gerne als Party-Tier mit Champagner, Vodka und Bier ausklingen, wie sie dem Magazin verrät. Ihr Kollege dagegen greife lieber zu französischem Rotwein oder dem Rum-Coctail Dark and Stormy.

Das vollständige Interview gibt’s im E-Paper auf Seite 31.

von Franziska Mozart - Kommentare Kommentar schreiben

Burda macht Kerstin Weng zur "Instyle"-Chefredakteurin

von Petra Schwegler

Paukenschlag bei "Instyle": Annette Weber, seit 2007 Chefredakteurin von Burdas Fashionmagazin und seit 1995 im Haus, geht und übergibt die Chefredaktion des Titels und dessen digitalen Auftritten an Kerstin Weng. Die 33-Jährige hatte erst vor knapp einem Jahr die Chefredaktion des Bauer-Premium-Titels "Cosmopolitan" nach nicht einmal zwei Jahren abgegeben und treibt seither beim Münchner E-Commerce-Modeportal Stylight das redaktionelle Online-Konzept voran.

Weng, die unter anderem bei Condé Nast und auch bei Burda gearbeitet hat, kehr damit zurück zu Print und tritt am 1. Februar die Nachfolge von Weber an. Bis dahin übernimmt die stellvertretende Chefredakteurin Marianne von Waldenfels, die Leitung von "Instyle".

"Instyle" wurde 1999 von "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel und Vorstand Philipp Welte nach Deutschland geholt. "Unter der Chefredaktion von Annette Weber wurde sie zur stärksten Medienmarke für junge Frauen in Deutschland und zur erfolgreichsten Instyle-Lizenz weltweit", heißt es dazu von Burda. Welte zeigt sich ihr gegenüber "dankbar für viele Jahre des unermüdlichen Engagements". Wohin es Annette Weber zieht - unklar.

Die Auflage des Burda-Magazins hat sich in der aktuellen IVW-Quartalsbilanz bei knapp 400.000 verkauften Exemplaren eingependelt. Der Peak lag im Frühjahr 2009 - mit mehr als 525.000 abgesetzten Exemplaren der "Instyle". Die auch als Bloggerin bekannte Weng dürfte vor allem den digitalen Auftritt des Magazins vorantreiben.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben

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