Kommunikation:
Augstein und die Spiegel-Gerüchte: "Gequatsche macht die Jahresbilanz nicht besser"
"Spiegel"-Mitinhaberin Franziska Augstein kritisiert Mitarbeiter, die Interna zur "Führungskrise" ausplauderten.
Nach der Entlassung der "Spiegel"-Chefredakteure hat die Tochter von Gründer Rudolf Augstein, Franziska Augstein, den Kommunikationsstil des Verlages kritisiert. Wer "Spiegel"-Interna nicht für sich behalten könne, schade "dem guten Ruf des Hauses", sagte sie der Fernsehagentur Statement TV. Außerdem werde auf diese Weise ein "lächerlicher Medienwirbel" ausgelöst. Die 49-Jährige ist als Augstein-Erbin am Medienhaus beteiligt. Nicht zuletzt täten diejenigen, die Interna ausplauderten, auch sich selbst keinen Gefallen, so Augstein weiter. "Dergleichen Gequatsche macht die Jahresbilanz nicht besser", sagte sie vor dem Hintergrund möglicher weiterer Sparmaßnahmen bei dem Magazin.
Am Dienstag hatte der "Spiegel"-Verlag in Hamburg mitgeteilt, dass die beiden Chefredakteure des Magazins, Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron, mit sofortiger Wirkung abberufen und beurlaubt worden seien. Der Schritt sei wegen "unterschiedlicher Auffassungen zur strategischen Ausrichtung" beschlossen worden, hieß es dazu. Über die Ablösung der beiden Chefredakteure sowie mögliche Nachfolger war in Medienberichten seit Tagen spekuliert worden. Laut "Focus" soll dpa-Chefredakteur Wolfgang Büchner das Rennen machen. "Spiegel"-Sprecherin Anja zum Hingst dementierte die Meldung aber und sagte, es sei noch keine Entscheidung gefallen. (afp/kas)