| | von Julia Kloft

Autorisierungswahn: Die dreistesten Interview-Rückzieher der Promis

Es ist eine Unsitte, die Journalisten regelmäßig in den Wahnsinn treibt: Prominente, sei es aus Politik, Sport oder Showgeschäft, verändern oder streichen bei Interviews ihre Antworten - und manchmal sogar die Fragen des Journalisten - bis dieser das Gespräch nicht mehr wieder erkennt.

"Besonders massiv" sei das Vorgehen, die eigenen Worte im Nachhinein zu frisieren, derzeit in der Sportwelt", sagt Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) laut "dpa" jetzt auf dem Verbandstag in Würzburg. Daher hat der DJV nun eine Resolution verabschiedet, um sich gegen die Versuche von Sportlern und ihren Managern zu wehren, aufgezeichnete Interviews im Nachhinein autorisieren und wesentlich zu ändern. Verlage und Sportjournalisten sollten diese Praxis keinesfalls akzeptieren, appelliert der DJV. Einen Leitfaden zur Autorisierung von Interviews hat der Journalisten-Verband auf seiner Website veröffentlicht.

Doch nicht alle Redaktionen lassen sich Streich- und Redigierwut der Interviewten und ihrer PR-Leute gefallen. W&V Online stellt einige prominente Beispiele vor - betroffen sind auch Oliver Kahn oder Hannah Herzsprung.

Autorisierungswahn: Die dreistesten Interview-Rückzieher der Promis

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DJV rät von Interviews mit Martina Gedeck ab

von Petra Schwegler

Das kennen wir in Redaktionen bestens: Interviews und Zitate wollen die Gesprächspartner vor der Veröffentlichung autorisieren. Doch was die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck von den Medien einfordert, geht dem Deutschen Journalisten-Verband DJV nun doch zu weit und grenzt an Autorisierungswahn: In einer "DJV-Pressemitteilung zu Knebelvertrag" warnt der Verband seine Mitglieder davor, Interviews mit Gedeck zu führen. In deren Interviewvereinbarungen würde eine "inakzeptable Autorisierung weit über die Zitate der Schauspielerin hinaus" gefordert.

Vor allem auf eine Klausel in den dem DJV vorliegenden Verträgen schießt sich der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall ein. Diese lautet:

"

"Sofern Zitate auf dem Titel der Zeitung, in der Überschrift, in Unterüberschriften, Zwischenüberschriften oder Bildunterschriften bzw. in Falle der Hervorhebung durch Fettdruck im Fließtext verwendet werden, sind diese auch konkret mit Künstler abzustimmen."

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Welche Über- und Unterschriften der Journalist wähle, gehe die Interviewpartnerin nichts an, meint Überall und nennt die Forderung einen "nicht hinnehmbaren Eingriff in das Layout der Zeitung".

Ebenso sei die geforderte Einbindung der Schauspielerin in die Bildauswahl nicht zu akzeptieren: "Das lässt keine freie Berichterstattung mehr zu", betont der DJV-Bundesvorsitzende. "Wenn Journalisten zu Werbeträgern degradiert werden sollen, ist Boykott die einzig mögliche Antwort."

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben