| | von Petra Schwegler

C&A, VW, Haribo: Große Werbekunden legen sich für "Gratis-Bild" ins Zeug

Die "Frei-Bild für Alle" ist da: Anlässlich des 60. Geburtstags der Springer-Boulevardzeitung liegt das Gratisblatt am Samstag in rund 41 Millionen deutschen Briefkästen - allen Protesten zum Trotz und nachdem der Verlag erst am Vortag erstmals offiziell das Vorhaben bestätigt hat. Wichtige Werbekunden machen mit und stemmen das bundesweite "Anzeigenblatt“ mit einigem Aufwand: Viele der Werbemotive sind auf die Geburtstagsausgabe der "Bild“ speziell zugeschnitten. So etwa der Auftritt eines riesigen Goldbären der Marke Haribo in Rot, über dem die typische Schagzeile thront: "Kind frisst Bär“. Ins Zeug gelegt hat sich auch der Modekonzern C&A unter dem Motto "Bild dir deine Kleidung!“: Auf einer ganzen Seite  wirbt das Unternehmen und lässt sein Model in den "Bild“-Farben Schwarz mit Rot einen Geburtstagsstrauß tragen. Dieser ist umhüllt – mit einer "Bild“-Ausgabe.

Neben dem Vetrriebspartner Deutsche Post haben unter anderem VW und Opel, A.T.U., Lidl, Media Markt und Sky Anzeigen gebucht. Außerdem mit dabei sind die wettbewerbsintensiven Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom, Vodafone und O2. Viele von ihnen verbinden die Werbung mit Couponing-Aktionen. Auto-Riese VW stemmt gemeinsam mit dem Velag das "Mega-Gewinnspiel“ rund um das Jubiläum, bei dem 60 Kleinwagen des Modells Up verlost werden.

Alles in allem ist es den Blattmachern rund um "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann gelungen, jede Menge Promis in die Sonderausgabe mit  einer Auflage von 41 Millionen Exemplarenzu hieven. Vom ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder über Comedian Otto oder Schauspielerin Ingrid van Bergen – sie alle berichten, wie es ihnen als "Bild-Schlagzeile so ergangen ist. Ein spezieller Geburtstagsgruß kommt vom Ehapa-Magazin "Micky Maus" – es steuert einen eigens gezeichneten Jubiläums-Comic mit Donald Duck und Onkel Dagobert bei.  Der oft glücklose Erpel Donald schafft es denn auch auf den Titel – mit der Schlagzeile "Wir sind Ente!“

Die Redaktion geht aber auch mit einem Augenzwinkern auf die eigene Arbeit ein. So schließt die Gratis-"Bild“ mit der Seite "Diese Schlagzeilen werden Sie auch in 60 Jahren nie lesen“. Ein kleiner Einblick: "Zum 100. Geburtstag wird Bild wieder auf Papier gedruckt“. Oder: "Geliebte immer jünger: Matthäus heiratet Eizelle“. Und: "2032 – Wowi eröffnet Hauptstadt-Flughafen“. Mit Blick auf die Wirren um Ex-Bundespräsident Christian Wulff, der unter anderem über ein aufgezeichnetes Gespräch auf Diekmanns Mailbox gestolpert ist, steht unter den unwahrscheinlichen Headlines zu lesen: "Wulff entschuldigt sich bei Bild – Ich hab mich verwählt…“

Im Vorfeld der Verteilaktion hat es immer wieder Proteste gegen die Gratis-„Bild“ gegeben. So konnte man über die Websites von Campact und Alle gegen Bild gegen die Zustellung protestieren. Dies haben nach Angaben der Gegner und laut Springer letztendlich rund 240.000 der Haushalte gemacht. Die "Frei-Bild"-Verweigerer haben vom Verlag stattdessen am Samstag einen an sie adressierten roten Umschlag bekommen. Darin enthalten: eine sachliche und höfliche Erklärung des Sachverhaltes aus Sicht des Springer-Vertriebs und dann doch noch der Versuch, an diese Haushalte nachträglich eine Gratis-"Bild“ zu liefern – sollten in dem Chaos falsche Verweigereradressen bei Springer angekommen sein.

Die Initiative Campact nutzt das Schreiben in eigener Sache und ruft ein Gewinnspiel aus: Wer Campact bis zum 2. Juli den Original-Umschlag mit Adresse zuschickt, kann eines von fünf Geschenk-Abos gewinnen. Es locken Abos "von verschiedenen überregionalen Tageszeitungen, die im Gegensatz zur ,Bild' für Qualitätsjournalismus stehen", verkündet Campact.

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Nächste "Gratis-Bild" zur WM: Springers ASMI versteigert Anzeige

von Petra Schwegler

Mit der Fußball-WM in Brasilien geht Springers "Bild" in eine neue Ära: Nicht nur, dass das Boulevardblatt zu diesem Anlass erneut als Gratisblatt für alle bundesweit in die Briefkästen flattert. Dieses Mal können Werbekunden erstmals die "Titelkopfanzeige" der "Bild zur WM" ersteigern - die Eckfeldanzeige rechts oben auf der Titelseite. Springers Vermarkter Axel Springer Media Impact (ASMI) startet jetzt die entsprechende Auktionsplattform bild-versteigert.de für Werbeformate. Dort angeboten werden Werbekunden und Agenturen ausgewählte Vermarktungsaktionen und "besonders begehrte Werbeformate, die stets ausgebucht sind". Damit nicht nur Dickschiffe mit ihren Anzeigen auf der "Bild" prangen, startet im Vergleich zum tatsächlichen Buchungspreis jedes Angebots der Preis bei der Versteigerung niedrig. Diese erste Auktion läuft im Zeitraum 17. bis 26. März. Die "Bild zur WM" wird Anfang Juni anlässlich der Fußball-WM an alle deutschen Haushalte verteilt.

Eine weitere Aktion steht bereits fest: Anschließend versteigert ASMI die Belegung der Bild.de-Homepage für drei aufeinander folgende Tage, das Osterwochenende vom 18. bis 20. April. "Der Meistbietende gewinnt eine besondere Werbemittel-Kombination bestehend aus großflächigen Werbeformaten auf den stationären und mobilen Startseiten", heißt es dazu vom Team um Arne Bergmann, Mitglied der ASMI-Geschäftsführung. Er betont: "Mit dieser einzigartigen Versteigerungsplattform für Werbeformate können wir Kunden einmalige Angebote machen – also Aktionen und Formate, die es in dieser Form oder Kombination kein zweites Mal geben wird. Bei allen Angeboten stehen wir dem Kunden mit unserem kreativen Know-How zur Seite."

Zunächst will ASMI ausschließlich Formate der Bild-Gruppe versteigern, eine Erweiterung auf andere Axel-Springer-Marken sei möglich. Voraussetzung für Kunden und Agenturen: Der Zugang zu und die Teilnahme an den Auktionen ist nur mit persönlichem Passwort und Alias-Namen möglich, die vom Springer-Vermarkter direkt zur Verfügung gestellt werden.

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