DSDS | | von Petra Schwegler

Casting-Pionier Bohlen: "Wir haben ein Kandidaten-Problem"

Selbst nach Ansicht von Casting-Urgestein Dieter Bohlen gibt es inzwischen zu viele Talentshows im deutschen Fernsehen. "Ich denke, am Ende werden nur zwei oder drei übrigbleiben. Der Rest geht ein wie die Dinosaurier", sagt der 58-Jährige in einem Interview mit dem Magazin "Closer". Es gebe Gründe, warum Talentwettbewerbe Zuschauer verlieren, so Bohlen: "Ich denke, wir haben ein Kandidaten-Problem. Wir müssen die richtigen Typen finden", sagt das Casting-Urgestein. Bohlen: "Wenn wir nur langweilige, gut singende Kandidaten finden - damit kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen." Er ist Jurymitglied in der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar".

An diesem Samstag startet die Jubiläumsstaffel Nummer zehn mit einer neuen Jury. Der Sender platziert dort Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel und Mateo von Culcha Candela neben Dieter Bohlen und peppt die Reihe mit "DSDS"-Stars auf. Unter anderem Daniel Schuhmacher, Linda Teodosiu, der "Checker" Thomas Karaoglan, Luca Hänni, Daniele Negroni, Fady Maalouf, Pietro Lombardi und Sarah Engels sind mit von der Partie. Die Quotenerwartungen beim Kölner Sender sind sicherlich hoch, hat doch der Marktführer beim Publikum 2012 einiges an Marktanteilen einbüßen müssen.

Auch zum "Supertalent" nimmt Bohlen Stellung: Das neue Konzept der anderen RTL-Castingshow mit Thomas Gottschalk als Co-Juror sei nicht aufgegangen, so Bohlen, der auch dort in der Jury sitzt. "Der Sender hat geglaubt, dass man mit Gottschalk auch ältere Zuschauer dazugewinnen kann. Die Realität ist: Das ist nicht eingetreten", so Bohlen gegenüber "Closer". Die Zusammenarbeit mit Gottschalk sei harmonisch und friedvoll verlaufen. "Wahrscheinlich hätte es mehr Quote gebracht, wenn wir uns gegenseitig auf die Rübe gehauen hätten."

Apropos große Shows: RTL steigt zum Jahresanfang mit unveränderter Intensität ins Genre ein. Am Mittwoch geben die Kölner des Weiteren Details zur neuen Runde ihres Junggesellen-Castings preis: Der neue RTL-"Bachelor" heißt Jan, ist 36 und hat zwei Kinder. Seit sieben Jahren arbeitet der Jurist hauptberuflich als Model. Von Mittwoch an soll der Junggeselle vor laufenden Kameras an die richtige Frau gebracht werden: 20 stehen ihm in Südafrika zur Auswahl. Im vergangenen Winter hat der Hamburger Paul Janke als "Bachelor" vor der Kamera gestanden. RTL verbucht die Reihe als Erfolg: Durchschnittlich 4,70 Millionen Zuschauer schalteten jede Ausgabe ein.

Am 11. Januar folgt dann die siebte Staffel des "Dschungelcamps" – mit Sonja Zietlow und dem neuen Co-Moderator Daniel Hartwich, der den verstorbenen Dirk Bach im australischen Camp der RTL-Show ersetzt. Bis 26. Januar wird mit teils ekligen Wettbewerben der neue Dschungelkönig gesucht, der nach Vorjahressiegerin Brigitte Nielsen den Thron besteigen wird. Mit dabei: die Mutter von Vox-Blondine Daniela Katzenberger, Iris Katzenberger, die einstige "GNTM"-Vierte Fiona Erdmann, Ex-"DSDS"-Zweite Juliette Schoppmann und Drag-Queen Olivia Jones. Auch Altstar Helmut Berger ("Ludwig II.", "Denver Clan") hat ein Flugticket erhalten. RTL hat in den vergangenen Tagen das Fanforum schon einmal mit Bilanzen zu den vergangenen Staffeln befeuert.

ps/dpa

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Bohlen, RTL und DSDS casten auch Polen, Tschechen, Belgier

von Petra Schwegler

Der nächste deutsche "Superstar" made by RTL könnte Andrzej, Zuzana oder Noor heißen. Denn erstmals fahndet die Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) auch außerhalb des deutschsprachigen Raumes nach Talenten. Die Tour, die in der nächsten Woche beginnt, führt durch acht Länder und 49 Städte. Neben den gewohnten Castings in der Bundesrepublik, in Österreich und in der Schweiz sind laut einer RTL-Mitteilung vom Dienstag nun unter anderem auch Stationen geplant in Luxemburg, im belgischen Lüttich, im niederländischen Enschede, im tschechischen Karlovy Vary (Karlsbad) sowie im polnischen Szczecin (Stettin). Die Tour beginnt am nächsten Montag in Dortmund und Trier und endet am 20. September in Mönchengladbach.

Bewerben können sich nach RTL-Angaben "unentdeckte Sängerinnen und Sänger zwischen 16 und 30 Jahren". Das Casting dauert jeweils von 14 bis 20 Uhr. Die zwölfte Staffel der Show mit Dieter Bohlen startet Anfang nächsten Jahres. Es gilt, die Marktanteile wieder zu steigern: Die letzte Staffel ging Anfang Mai dem schwächsten Finale seit Bestehen zu Ende. Es fuhr mit 1,86 Millionen Zuschauern in der werberelevanten Zielgruppe und mit 3,80 Gesamtzuschauern in beiden einen Minusrekord ein. Damit setzt das "DSDS 2014"-Finale, aus dem Aneta Sablik als Gewinnerin hervorging, den Trend fort: Beim Finale von "DSDS 2012" schalteten insgesamt 4,71 Millionen Zuschauer ein. Den Ausgang der ersten Staffel, als Alexander Klaws zum Sieger gekürt wurde, lockte 2003 ganze 12,8 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. 2011 waren es noch 6,30 Millionen. Die Performance der in die Jahre gekommenen Castingshow im Social Web ist zwar stark, aber auch von negativen Kommentaren geprägt.

Abwarten, ob RTL mit dem Ausweiten der Castings auf insgesamt acht Länder frischen Wind in den Oldtimer der Talentwettbewerbe bringen kann. Chefjuror Bohlen hat zur vorletzten Staffel einen Grund fürs Abflauen des Booms im Segment ausgemacht: "Ich denke, wir haben ein Kandidaten-Problem. Wir müssen die richtigen Typen finden", sagte das Casting-Urgestein im Januar 2013 dem People-Magazin "Closer". Bohlen: "Wenn wir nur langweilige, gut singende Kandidaten finden - damit kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen." Vielleicht haben Polen, Tschechen oder Belgier noch mehr Potenzial.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben