| | von Petra Schwegler

Condé Nast bringt deutsches "Wired"

"Wired" spricht Deutsch: Condé Nast Deutschland bringt den Titel als "Multimedia-Brand" im Herbst auf den deutschen Mark. Das Digital-Lifestyle-Magazin nach US-Vorbild wird als Supplement der Oktober-Ausgabe von "GQ Gentlemen’s Quarterly" beiliegen und zeitgleich auch als iPad-App erscheinen. In Deutschland wird in 2011 je eine Ausgabe von Supplement und App erscheinen – "die Frequenz für die Fortführung hält sich der Verlag noch offen", so Condé Nast am Donnerstag.Die Printversion wird nach dem Vorbild der US-"Wired" erstellt, die in der kostenpflichtigen App mit weiterführenden digitalen Inhalten und Features angereichert wird.

"Die Marke Wired hat auch in Deutschland zahlreiche Anhänger und spiegelt den heutigen Zeitgeist wider. Viel wichtiger als die Frage, wie Technologien funktionieren, ist heute die Reflexion darüber, wie sie unsere Welt verändern und wie wir sie in unser Leben integrieren", sagt Moritz von Laffert, der Herausgeber von Condé Nast Deutschland, über das Vorhaben des Münchner Verlagshauses. Weiter sagt er: "Supplement und App sind ein Tribut an alle deutschen Wired-Fans und zugleich das ideale Projekt, um die Kreativität und Innovationsstärke von Condé Nast in der digitalen Welt zur Geltung zu bringen."

Und das wird geboten: Als Gegenentwurf zu klassischen Computerzeitschriften soll sich "Wired" Technologiethemen aus einer gesellschaftlichen Perspektive widmen und beleuchten, wie sich Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und das menschliche Zusammenleben durch Innovationen und neue Technik verändern. "Das visionäre, mit zahlreichen Preisen dekorierte Magazin gibt Denkanstöße und richtet sich mit smarter, humorvoller Tonalität an eine anspruchsvolle, schwer erreichbare Leserschaft: gebildete, einkommensstarke Männer", verspricht Condé Nast.

Condé Nast hat "Wired", die 1993 in San Francisco gegründet wurde, im Jahr 1998 in den USA erworben und den Titel nach eigenen Angaben "zu einer einflussreichen, weltweit beachteten Magazinmarke mit einzigartigem Profil entwickelt". Seit 2009 erscheint "Wired" mit eigenständigen Ausgaben auch in Großbritannien und Italien. Die iPad-App der US-Ausgabe gelte international als Benchmark bei der Entwicklung von Tablet-Apps, so der abschließende Hinweis.

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"Wired" will mit Prism den ersten Kiosk-Alleingang meistern

von Petra Schwegler

Condé Nast wird die neueste Ausgabe der deutschen "Wired" am Donnerstag erstmals vorab im Alleingang für 3,80 Euro an den Kiosk bringen. Erst eine Woche später, am 12. September, folgt das gewohnte Bundle mit dem Männermagazin "GQ". Das Paket kostet dann fünf Euro. Als Zugpferd für die Premiere als eigenständiges Angebot dient der fünften deutschen Ausgabe des Digitalkultur-, Technologie- und Wissenschaftsmagazins die NSA-Spähaffäre als Titelthema. "Wired" will dabei den Mann porträtieren, der mit seinem Programm Prism den größten Überwachungsskandal der Geschichte zu verantworten hat: NSA-Chef Keith Alexander. "Seit Edward Snowdens Enthüllungen über die Spionageaktivitäten des NSA stehen wir vor den Trümmern der optimistischen Idee, dass wir im Netz unbeobachtet bleiben können, wenn wir nur sorgsam genug mit unseren Daten umgehen. Die digitale Welt hat ihre Unschuld verloren. Um aber das wahre Ausmaß des Skandals zu begreifen, muss man Keith Alexander kennen", kommentiert "Wired"-Chefredakteur Alexander von Streit die Wahl des aktuellen Titelthemas, das schon die Juli-Ausgabe der US-Version geziert hat. Den vorgezogenen Kioskstart machen die Magazin-App für das iPad und für Android-Tablets mit; auch sie sind ab Donnerstag zu haben. Condé Nast verspricht hier neue und zusätzliche Features. Die Apps sind für 3,59 Euro bei iTunes oder im Google Play Store verfügbar. Eine Leseprobe ist hier zu finden.

 

"Wired" ist seit seinem deutschen Start im Herbst 2011 immer begleitend zum Schwesterblatt "GQ" zweimal im Jahr in den Handel gekommen, sowohl als Stand-Alone-Ausgabe, die jetzt erstmals vorgezogen wird, sowie in einer Bundle-Version mit dem Condé-Nast-Männer-Lifestyle-Titel. Wie es nach 2013 weitergeht – das beantwortet Condé Nast auf Anfrage von W&V Online so: "Über eine Frequenzänderung wird frühestens 2014 entschieden." Damit dürfte "Wired" eine Zukunft in Deutschland haben, nachdem bislang nicht verkündet worden ist, ob das Haus den Titel nach diesem Jahr weiterführen wird. Nach dem viel beachteten Launch unter Thomas Knüwer im September 2011 hatte sich der Münchner Verlag erst einmal nur auf zwei weitere Testausgaben verständigt und Ende 2012 zwei weitere Ausgaben abgenickt. Seit Ausgabe zwei wird die deutsche Adaption des US-Kultmagazins von Chefredakteur Alexander von Streit verantwortet; er löste Knüwer als Editor-at-Large ab.

Übrigens: Die neue Ausgabe der "Wired" behandelt auch ein rein deutsches Netz-Phänomen. Die Initiatorin der Twitter-Kampagne #Aufschrei, Anne Wizorek, erklärt im 140 Seiten dicken Heft das Entstehen und Funktionieren von Ad-hoc-Kampagnen im Web. Die freie Digitalberaterin und Eventmanagerin bei der Re:publica 2011 hatte als Reaktion auf die Vorwürfe gegen FDP-Mann Rainer Brüderle, "Stern"-Reporterin Laura Himmelreich Anfang 2012 sexuell belästigt zu haben, mit ihrem Hashtag eine riesige Diskussion im Netz ausgelöst.

 

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