Der Nutzer profitiert: Fallen mit dem geplanten Ende des Geoblockings ab 2017 die Ländergrenzen im Streaming, dann prägt das laut Adobe den gesamten Broadcasting-Sektor.
Der Nutzer profitiert: Fallen mit dem geplanten Ende des Geoblockings ab 2017 die Ländergrenzen im Streaming, dann prägt das laut Adobe den gesamten Broadcasting-Sektor. © Foto:Adobe/Fotolia/Female Photographer

Adobe zum grenzenlosen Streaming | | von Petra Schwegler

Das Geoblocking-Aus und 5 Folgen fürs Bewegtbild

Die EU will Ländersperren ab 2017 abschaffen und zumindest bereits bezahlte Online-Dienste künftig grenzüberschreitend nutzbar machen. Seit Dezember liegen Vorschläge der Kommission vor. Der Wegfall der digitalen Schlagbäume hat aus Sicht von Adobe aber nicht nur Auswirkungen aufs europäische Pay-TV, zumal es für Online-Abodienste wie Netflix oder Sky Online dann keine geografischen Zugangsbeschränkungen mehr geben könnte. Das Aus des Geoblockings könnte aus Sicht des US-Technikriesen den gesamten Broadcasting-Sektor prägen.

Fünf zentrale Folgen fürs Bewegtbild hat Adobe im Kern ausgemacht:

Erstens. Mehr Erfolg durch international adaptierbare Inhalte.
In Zukunft wird Adobe zufolge der Erfolg des Bewegtbild-Contents entscheidend davon abhängen, wie gut er für den länderübergreifenden Einsatz adaptierbar ist. "Bereits durch das Angebot von Untertiteln oder mehreren Sprachspuren kann die Publikumsreichweite erheblich gesteigert werden", heißt es vom US-Konzern.

Zweitens. TV-Werbung wird zunehmend programmatisch.
Programmatic Advertising gewinnt aus Sicht von Adobe in der TV-Werbung rasant an Bedeutung, um die Segmentierung der auf europäischer Ebene explosionsartig gewachsenen Zielgruppen erfolgreich zu bewältigen. Außerdem gelte es, das vergrößerte Inventar der Sender und Over-the-Top-Content-(OTT)-Anbieter in den einzelnen Ländern zu vermarkten.

Drittens. Große Content-Anbieter wie Netflix können direkt in neuen Märkten durchstarten.
Mit der nutzerbasierten Aussteuerung ihrer Inhalte eröffnen sich großen Inhalteanbietern neue Geschäftsmodelle. Statt ihren Bewegtbild-Content wie bisher über lizenzierte lokale Services oder Sender des jeweiligen Landes zu vermarkten, könnten sie sich künftig direkt an den Endverbraucher wenden und eine eigene Kundenbeziehung aufbauen, schätzt Adobe.

Viertens. Kleinere Anbieter müssen ihren Workflow anpassen.
Die meisten großen Player verfügen bereits über die nötigen Voraussetzungen, um die Möglichkeiten eines digitalen Binnenmarktes für sich zu nutzen. Kleinere Anbieter müssen sich dieser Herausforderung erst noch stellen und benötigen neue technische Lösungen.

Fünftens. So genannte Content Delivery Networks (CDNs) profitieren von europäischer Reichweite.
Das Ausspielen von Video-Inhalten sei inzwischen relativ einfach, heißt es. Vielen kleineren CDNs fehle es jedoch noch immer an internationaler Reichweite, die sie durch die grenzüberschreitende Nutzung ihrer Inhalte schon bald kompensieren könnten, glaubt Adobe.

Auch für die Photoshop-Mutter Adobe, die 2015 vor allem durch die Übernahme der Stockfoto-Plattform Fotolia für Schlagzeilen sorgte, ist mit dem Ende des Geoblockings mehr Potenzial in Sicht: Das Unternehmen bietet für Broadcaster das System Adobe Primetime an. Die "TV Everywhere-Plattform" soll nach Unternehmensangaben für das nahtlose Bereitstellen und Monetarisieren von Bewegtbild-Inhalten sorgen.

Das Geoblocking-Aus und 5 Folgen fürs Bewegtbild

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht