| | von Petra Schwegler

Die ARD hat mit Jauch mehr Glück als mit Gottschalk

Nicht alle Einkäufe der vergangenen Monate der ARD sind Flops: Der Sonntags-Talk "Günther Jauch" läuft besser als die Vorgängerversion mit "Anne Will“. Die ersten 30 Ausgaben von Jauchs ARD-Sendung haben durchschnittlich etwa eine halbe Million Zuschauer mehr gesehen als zuletzt die Talk-Reihe der Vorgängerin Will. Wie die Marktforscher der Baden-Badener Firma Media Control der Nachrichtenagentur „dpa“ vorrechnen, haben bislang durchschnittlich 4,59 Millionen Menschen zugesehen, wenn Jauch im "Ersten" talkt. Das entspricht einem Marktanteil von 15,4 Prozent. Jauch hat den Talk-Sendeplatz am Sonntagabend nach dem Krimi am 11. September 2011 übernommen. Zum Vergleich: Seine Vorgängerin Anne Will ist im ersten Halbjahr 2011 nach ARD-Angaben im Schnitt auf 4,05 Millionen Zuschauer gekommen – durchschnittlich 14,2 Prozent Prozent Gesamtmarktanteil.

Jauch hatte vor dem Start gesagt, er werde "10, 20, 30 Sendungen" brauchen, um mit seinem ARD-Talk in Fahrt zu kommen. Am Sonntag ist die 30. Ausgabe des Polittalks "Günther Jauch" über die Bühne gegangen - Gast war der verunglückte und querschnittsgelähmte "Wetten, dass..?"-Kandidat Samuel Koch. Es ging um das Thema "Schicksalsschläge". Die Sendung vom Sonntagabend haben überdurchschnittliche 4,82 Millionen Zuschauer verfolgt, der Marktanteil hier liegt bei 16,6 Prozent. Die Zahlen dürften Wasser auf die Mühlen der ARD-Verantwortlichen sein, die sich derzeit einmal mehr Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt sehen; die Gremien murren aktuell über die Talk-Flut.

Der zweite Talk-Neueinkauf – Thomas Gottschalks Vorabend-Reihe "Gottschalk Live“ – ist weit weg von einer tollen Performance und macht im Schnitt nur rund die Hälfte der gewünschten zehn Prozent Marktanteil. Daher haben die Intendanten vergangene Woche entschieden, die Sendung von Jauchs altem Weggefährten aus Radiozeiten mit Beginn der Sommerpause am 7. Juni aus dem Programm zu nehmen. Für den 61-jährigen Entertainer werde nun in ARD-Kreisen neue Programmideen gewälzt.

Die ARD hat mit Jauch mehr Glück als mit Gottschalk

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