Springer-Chef Mathias Döpfner pflegt zwei Cash-Cows: inlĂ€ndische Zeitungen und das DigitalgeschĂ€ft. FĂŒr die "Bild" braucht er weiter Kai Diekmann.
Springer-Chef Mathias Döpfner pflegt zwei Cash-Cows: inlĂ€ndische Zeitungen und das DigitalgeschĂ€ft. FĂŒr die "Bild" braucht er weiter Kai Diekmann. © Foto:Axel Springer

| | von Petra Schwegler

Diekmann bleibt langfristig als Chefredakteur bei "Bild" an Bord

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann wird nach seinem Ausflug ins Silicon Valley wieder in seine angestammte Position als Chefredakteur von Deutschlands grĂ¶ĂŸter Boulevardzeitung zurĂŒckkehren. Dies macht Axel Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner anlĂ€ĂŸlich einer Pressekonferenz deutlich. "Kai Diekmann hat einen langlaufenden Vertrag", erklĂ€rt Döpfner. Er wies damit GerĂŒchte in die Schranken, der "Bild"-Chefredakteur könnte nach seinem Intermezzo in den USA nicht wieder in seine angestammte Position zurĂŒckkehren. Zuletzt gab es Spekulationen, dass der Journalist möglicherweise in den Vorstand des Berliner Medienhauses rĂŒckt und hier einen neu geschaffenen Ressort-Bereich Digitales leiten soll.

Kai Diekmann bleibt der Mann fĂŒr die "Bild". (Foto: Springer)

Kai Diekmann bleibt der Mann fĂŒr die "Bild". (Foto: Springer)

Auch der 45-jĂ€hrige Peter WĂŒrtenberger, als Chief Marketing Officer bei Axel Springer verantwortlich fĂŒr den zentralen Vermarktungsbereich Axel Springer Media Impact, sowie Martin Sinner, GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der zu Springer gehörenden Preisvergleichs-Plattform idealo, sollen nach dem USA-Aufenthalt wieder in den bisherigen Positionen arbeiten. Alle drei sollen ab September 2012 fĂŒr mindestens sechs Monaten in der US-Hochburg der Computertechnik Ausschau nach neuen GeschĂ€ftsmodellen im Online-Bereich halten. Ob und was dabei rauskommt, ist allerdings unklar. "Es ist ein Experiment mit offenem Ausgang", betont Döpfner.

Bei der „Bild“ steht nun fest, dass aufgrund der positiven Resonanz das ursprĂŒnglich bis Mitte August geplante Geburtstagsprojekt der "lĂŒtten Bild" in Hamburg bis zum Jahresende verlĂ€ngert wird. Noch vier Monate lĂ€nger erscheint die Hamburg-Ausgabe neben dem klassischen nordischen Format zusĂ€tzlich auch im halb so großen Tabloid-Format. Das Tabloid erscheint seit 7. Mai zusĂ€tzlich zum klassischen Format, und ist jeweils von Montag bis Samstag zum Preis von 70 Cent erhĂ€ltlich. Ob die Boulevard-Zeitung kĂŒnftig in der Hansestadt oder auch in anderen deutschen StĂ€dten neben dem klassischen Format als Tabliod-Ausgabe erscheinen wird, wollte Döpfer nicht ausschließen. Derzeit sei aber nichts geplant.  

Axel Springer ("Bild", "Die Welt") ist dank des starken GeschĂ€fts im Internet weiter auf Wachstumskurs. In den ersten sechs Monaten legt der Umsatz des Konzerns vor allem wegen der hohen Zuwachsraten im GeschĂ€ft mit digitalen Medien um sechs Prozent auf 1,62 Milliarden Euro zu. Das Digitale erreicht zwischen Januar und Juni eine Rendite von mehr als 20 Prozent und Erlöse in Höhe von 542,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: rund 435 Millionen Euro). Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) klettert laut der Konzernmitteilung vom Mittwoch um knapp sieben Prozent auf 308,7 Millionen Euro. Vorteil: Ein leichtes Umsatzplus bei den inlĂ€ndischen Zeitungen trĂ€gt dazu bei, dass die Erlöse der inlĂ€ndischen Printmedien insgesamt stabil bleiben; bei den Zeitungen liegt die Ebitda-Rendite bei 24,1 Prozent. Aber die internationalen Printmedien verzeichnen einen deutlichen UmsatzrĂŒckgang.

Der digitale Boom schlĂ€gt sich bei Springer auch in einem Anstieg der Werbeerlöse um 11,7 Prozent auf knapp 852 Millionen Euro nieder. Im Vorjahr sind bis zur Jahresmitte nur gut 762 Millionen zusammen gekommen. „Mittlerweile entfallen mehr als die HĂ€lfte der Werbeerlöse des Konzerns auf die digitalen Medien, die ihre Werbeerlöse im ersten Halbjahr um 27,4 Prozent erhöhten“, heißt es. Die inlĂ€ndischen Zeitungen profitieren im zweiten Quartal von zusĂ€tzlichen Werbeerlösen durch die Aktion "Bild fĂŒr Alle“. Die Aktion zum 60. Geburtstag der Boulevardzeitung schlĂ€gt sich in einem Zuwachs der Werbeerlöse um 2,1 Prozent nieder.

Bitter: Die Werbeerlöse der inlĂ€ndischen Zeitschriften und der internationalen Printmedien sind bei Springer rĂŒcklĂ€ufig. Aber der Konzern hĂ€lt fest: „InlĂ€ndische Printmedien und digitale Medien hoch profitabel.“ Daher rechnet Springer-Chef Mathias Döpfner fĂŒr 2012 beim Umsatz weiter mit einem Plus im einstelligen Prozentbereich sowie einem leichten Anstieg beim operativen Gewinn.

ps/gl

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