Ein möglicher Rückgang des "mobilen" Leserstammes könnte der damit einhergehende Schnitt bei den selbst verlängernden Abos bedeuten, fürchtet Florian Pütz. Der Leiter des Verlagsbereiches FAZ.net bedauert, dass Apple mit dem Preisplus auch das altbewährte Verlagsprinzip der selbstverlängernden Abonnements für den Moment aussetzt. Durch die Verteuerung, die die Frankfurter laut Pütz "notgedrungen" mitgehen müssten, würden bestehende Abos auslaufen und müssten von den Lesern neu geordert werden. Wer sich wieder für die "FAZ"-App entscheidet – auch dieser Schritt bleibt dem Verlag erst einmal verborgen. Die direkten Kundenbeziehungen halte im derzeitigen Konstrukt Apple in Händen, so "FAZ"-Manager Pütz.

Im Februar 2011 hatten die Verlage gegen Apple erstmals heftig protestiert. Der Konzern wollte, dass Verlage auch Abos ausschließlich über den Apple-Store abwickeln. Die Verlage hätten so für jedes Abo 30 Prozent an den US-Konzern abgeben müssen und Spielräume bei der Preisgestaltung eingebüßt. Hier hatte Apple eingelenkt. Seither können Verlage auch außerhalb des App-Stores, etwa auf ihrer Website, Abos verkaufen, die die Apple-App mit Inhalten befüllen – ohne Provisionen an Apple abführen zu müssen. Dies oft zu einem günstigeren Preis als im Apple-Store selbst, etwa integriert im Digitalpaket des Verlags. Einzige Bedingung von Apple: Vom App-Store darf kein direkter Link auf dieses Angebot führen. Auch in einer weiteren Sache kam Apple den Verlagen entgegen: Zeitungen und Zeitschriften werden separat im Newsstand präsentiert, in dem man wie in einem realen Presseregal stöbern kann.

Wie Zeit Online oder auch der Spiegel reagieren – das lesen Sie in der aktuellen Printausgabe der W&V (EVT: 1.11.).

ps/jup


Autor: Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.