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Sparkurs:
Funke Mediengruppe will bei Radio Herne aussteigen

Die Funke Mediengruppe drückt weiter auf die Kostenbremse und will bis Ende des Jahres bei Radio Herne aussteigen. Der Konzern begründet den geplanten Rückzug damit, dass der Sender seit Gründung im Jahre 1990 nur negative Ergebnisse erwirtschaftet hat.

Text: Florian Zettel

24. Mai 2013

Die Funke Mediengruppe (vormals WAZ) setzt ihren Sparkurs fort und will bei Radio Herne aussteigen. Das teilte der Essener Konzern am Freitag mit. Die Mediengruppe begründet ihren geplanten Rückzug damit, dass "der Sender seit Bestehen (1990) defizitär ist. Hintergrund der geplanten Kündigung ist unser Bestreben, Radio Herne auf ein gesundes wirtschaftliches Fundament zu stellen"

Die geplante Kündigung zum Ende des Jahres biete nun ausreichend Zeit, eine neue Betriebsgesellschaft zu finden oder im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten des Landesmediengesetzes, das derzeit novelliert wird, ein tragfähiges Konzept zusammen mit der Betriebsgesellschaft zu entwickeln, erklärt ein Sprecher. Ihm zufolge liegen die Gründe für die wirtschaftliche Lage in der "geringen technischen Reichweite des Senders im regional sehr begrenzten Sendegebiet, das von seiner Wirtschaftskraft nicht in der Lage ist einen Lokalsender zu tragen". Eine wirtschaftlich tragfähige Lösung wäre es, die Sender Herne und Bochum zusammen zu legen, so der Sprecher. Hier sei auch die zuständige Landesmedienanstalt (LfM) gefordert, eine Lösung zu finden.

Der DJV-NRW warnt indes vor einem Rückzug der Funke-Gruppe aus Radio Herne. „Wieder wird mit fortlaufenden hohen Verlusten argumentiert, wieder ist für Außenstehende nicht erkennbar, wie der Konzern rechnet“, kritisiert Frank Stach, Vorsitzender des Landesverbands. Für den DJV-NRW bleibe rätselhaft, warum ausgerechnet dieser eine Lokalradiosender im Westfunk-Verbund derart defizitär arbeiten sollte. Die Argumentation des Konzerns erinnere an den Fall der "Westfälischen Rundschau" (WR): Auch hier habe das Medienhaus nicht nachvollziehbare Verluste geltend gemacht.

„Das Print-Sparmodell darf nicht auf den Lokalfunk übergreifen“, fordert Stach. Wenn sich die Funke-Gruppe nicht besinne, wäre es Zeit für neue Player auf dem Markt. „Und zwar für solche, die Presse- und Meinungsvielfalt ernst nehmen und Lokalfunk ernsthaft betreiben wollen.“


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Autor: Florian Zettel

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