| | von Franziska Mozart

"Germany's Gold": Das Geschäftsmodell

Seit Bekanntwerden der Pläne für die Online-Videothek "Germany's Gold" mit Inhalten der öffentlich-rechtlichen Sender gibt es den Vorwurf der "Wettbewerbsverzerrung" von Seiten der Privatsender. Gerade erst wurden sie erneut von Claus Grewenig, Geschäftsführer des Privatsenderverbandes VPRT erhoben. ARD und ZDF aber berufen sich bei dem geplanten Geschäftsmodell auf den zwölften Rundfunkstaatsvertrag.

Federführend bei "Germany's Gold" ist die kommerzielle Tochter WDR Mediagroup. Sie muss für alle Serien, Filme, Dokumentationen, Wissen, Kultur und Ratgebersendungen, die sie zur Verfügung stellen will, Lizenzen zahlen. Diese erhalten die Sender, die die jeweilige Sendung produziert haben. Soll in der Online-Videothek also beispielsweise ein "Tatort" des Bayerischen Rundfunks zu sehen sein, muss die WDR Mediagroup dem BR dafür eine Lizenz zahlen, ähnlich wie beim Vermarkten der Sendung als DVD. Zu zahlen sind dabei marktübliche Preise "und nicht nur der symbolische Euro", bestätigt Claudia Scheibel, Unternehmenssprecherin WDR Mediagroup GmbH gegenüber W&V Online. Das ergebe sich aus den Vorgaben der Marktkonformität. Zur Erinnerung: mit dem zwölften Rundfunkstaatsvertrag müssen sich die Sender kommerziell im Markt bewegen, gleichzeitig gilt für gebührenfinanzierte Inhalte im Netz seitdem ein Werbeverbot.

Finanziert werden soll das Projekt durch Abo-, Download-, und Werbe-Modelle. Welches Modell wie stark zum Erlös beitragen soll, steht noch nicht fest. Solange die Fusionskontrolle läuft, darf aktiv auch nicht weiter an dem Projekt gearbeitet werden. Grobe Planung bestehen es freilich schon. Sie beziehen sich aber vor allem darauf, welche Inhalte welchem Finanzierungsmodell zugeführt werden sollen. Das orientiert sich am jeweiligen Format. Serien bieten sich beispielsweise besonders für ein Abo-Modell an.

Als kommerzielles Unternehmen muss die WDR Mediagroup langfristig mit der Online-Videothek Rendite bringen. "Das wird eine Zeit dauer, das Portal überhaupt in die schwarzen Zahlen zu führen", sagte Michael Loeb, Initiator von "Germany's Gold" und Geschäftsführer der WDR Mediagroup bereits im September im Interview mit W&V. "Wir wollen und auf dem Video-on-Demand-Markt positionieren, verstehen uns aber nicht als Konkurrenz zu Maxdome oder RTL now", sagte er damals.

Die Fusionskontrolle läuft noch bis zum 28. November beim Kartellamt, kann danach aber um zwei Monate verlängert werden. Ob es bei dem geplanten Starttermin Mitte 2012 bleiben wird, ist daher noch nicht absehbar.

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