| | von Petra Schwegler

Gernot Hassknecht und der #briefkastenaufkleber: Wie das ZDF das Social Web in Wallung bringt

So macht man heute Trends: In der letzten Ausgabe der ZDF-Nachrichtensatire "heute show“ am vergangenen Freitag hat Moderator und Comedian Oliver Welke einen Briefkastenaufkleber präsentiert, der - in gewohnt derber Form und unter Verwendung des Begriffs "Du A....loch!“ - vor Wahlwerbung schützen soll. Darauf prangt der fiktive "heute-show“-Wutbürger Gernot Hassknecht.

Die Redaktion hat via Twitter den Briefkastenaufkleber ins Social Web eingespielt – mit der Aufforderung: "Ok, wenn Ihr #briefkastenaufkleber in die Trends bringt, dann besorgen wir welche.“ Das wiederum hat recht schnell funktioniert – schon kurze Zeit nach dem Ursprungs-Tweet am selben Abend muss das ZDF bekennen: "NOOO! Jetzt haben wir ein Problem.“ Das hat viele zusätzliche Follower nicht davon abgehalten, am neuen Twitter-Trendthema immer weiter mitzuwirken. Auch die Absender "Freie Wähler HH“ und "Big Brother" ordern in Mainz Hassknecht-Pickerl.

Am Dienstag verbreiten die Mainzer wiederum als Tweet, dass sie sich in den vergangenen Tagen viele Gedanken um den Briefkastenaufkleber gemacht haben und das Ganze in Absprache mit Gernot Hassknecht besorgen "wollten“. Doch die Druckmaschinen bleiben (Vorerst?) still. Zur Begründung steht getwittert: "Da wir im jugendlichen Leichtsinn vergessen haben, dass Gernot auch ein echtes Leben hat, haben wir uns gegen einen Download entschieden." Der Mann hinter Wüterich Hassknecht heißt im wahren Leben Hans-Joachim Heist.

Ob mit oder ohne Aufkleber für alle: Die "heute show“ selbst hat sich in den vergangenen vier Tagen mit Gernot Hassknecht und seinem Anti-Wahlwerbung-Aufkleber zum Top-Thema im Social Web entwickelt. Das Motiv an sich ist ohnehin noch in der Mediathek des ZDF, auf der Facebook-Seite der "heute show", als Twitter-Bild - oder auch als Bebilderung dieses Artikels zu finden.

Das Beispiel "#briefkastenaufkleber" passt gut in die neue Strategie des Senders, die vom neuen Intendanten Thomas Bellut weiterverfolgt wird. Gerade junge Zielgruppen will das ZDF mit seinen reformierten Digitalsendern, via Facebook und Twitter oder über mobile Plattformen verstärkt erreichen. Die Mainzer verquicken auch zunehmend ihre aufwändigen fiktionalen Produktionen mit interaktiven Zusatzangeboten – wie aktuell bei "Finn Zehender“, einer Ermittlerreihe, die die Auftaktfolge via Online-Comic-Krimi mit der zweiten Ausgabe verbindet.

 

Gernot Hassknecht und der #briefkastenaufkleber: Wie das ZDF das Social Web in Wallung bringt

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