| | von Uli Busch

Holtzbrinck baut Verlagsgruppe um

Nach dem Rückzug aus dem Tageszeitungsgeschäft stellt sich die Holtzbrinck-Gruppe neu auf. Ab Juli organisiert sich die Stuttgarter Holding drei Sparten: Bücher, Wissenschafts- und Bildungsmedien sowie "Holtzbrinck Medien", wo Verleger Stefan von Holtzbrinck die Reste seines Zeitungsgeschäfts wie die Beteilung an der "Zeit" bündelt.

Holtzbrinck Medien umfasst außerdem die Konzerntöchter Digital und Ventures, die Produktionsfirma AVE TV, den Spotlight Verlag und das Marktforschungsunternehmen Prognos. In den vergangenen Jahren hat sich "SvH", wie der Sohn von Verlagsgründer Georg von Holtzbrinck intern genannt wird, von zahlreichen Zeitungsverlagen getrennt. 2009 verkaufte er die Verlagsgruppe Handelsblatt mitsamt dessen Vermarktungsorganisation (heute IQ Media), den "Tagesspiegel" und die Hälfte des Zeitverlages an seinen älteren Bruder Dieter. Danach kamen seine Regionalzeitungen an die Reihe; zuletzt die als hochprofitabel geltende "Saarbrücker Zeitung" mitsamt deren Ablegern "Trierischer Volksfreund" und "Lausitzer Rundschau".

Stefan von Holtzbrinck sieht seine Zukunft im Digitalgeschäft und vor allem im Buch- und Wissenschaftssegment. Hier ist Holtzbrinck nach wie vor ein international bedeutsamer Player. Die Buchsparte, zu der hierzulande u.a Rowohlt und S. Fischer gehören, wird künftig von MacMillan-Chef John Sargent geführt. Den Bereich Wissenschaft und Bildung übernimmt Annette Thomas. Holtzbrinck Medien leitet der Verleger selbst.

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Holtzbrinck und Springer Science bündeln Wissenschaftsverlage

von Petra Schwegler

Der Wissenschaftsverlag Springer Science+Business Media gehört künftig zum Reich des bisherigen Mitbewerbers Holtzbrinck. Der Springer-Eigentümer BC Partners und Verleger Stefan von Holtzbrinck verkünden am Donnerstag, dass sie ihre Wissenschafts- und Bildungsgeschäfte zu einem neuen Branchenriesen zusammenwerfen wollen. BC Partners wird dabei Juniorpartner, Holtzbrinck behält einen kleineren Teil seines Wissenschaftsgeschäfts rund um Nature Publishing Group, Palgrave Macmillan sowie Macmillan Education selbst.

An der geplanten Gruppe mit 1,5 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 13.000 Mitarbeitern wird demnach Holtzbrinck eine Mehrheit von 53 Prozent halten. Noch müssen die Kartellbehörden dem Deal zustimmen. Damit rechnen beide Seiten im ersten Halbjahr. Der Verlag Springer Science – nicht mit der "Bild"-Heimat Axel Springer zu verwechseln – ist erst 2013 für mehr als drei Milliarden Euro von BC Partners übernommen worden.

Zu Holtzbrinck: Stefan von Holtzbrinck und sein Bruder Dieter von Holtzbrinck führen das Erbe ihres Vaters in getrennten Unternehmen fort. Stefan wirkt in Wissenschaft, Bildung und Belletristik (Macmillan-Verlage) sowie in der Digitalbranche, Dieter bleibt dem klassischen Printgeschäft mit Zeitungen wie "Handelsblatt" und "Tagesspiegel" treu. Sonderfall "Zeit": Die Wochenzeitung gehört beiden Familienteilen gemeinsam. Mit der Konzentration auf Bildung will übrigens auch Bertelsmann wachsen; das lukrative Geschäftsfeld wird bei den Güterslohern gerade zu einer wichtigen Säule ausgebaut.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben