| | von Petra Schwegler

Komplettumbau: Wie sich Ringier fit für die Zukunft macht

Ringier wird komplett umgebaut – und der neue CEO Marc Walder drückt dem Unternehmen seinen Stempel auf: Die Konzernleitung wird neu besetzt, die Konzernstruktur komplett verändert und "Digital" dem Kerngeschäft zugeordnet. Die neuen Konzernmitglieder rund um Walder: Annabella Bassler übernimmt die Funktion des Chief Financial Officer (CFO), Michael Voss jene des Chief Operation Officer COO, Florian Fels ist CEO Ringier Eastern Europe und Thomas Kaiser Chief Digital Officer CDO. Wie Ringier am Donnerstag mitteilt, hat der Verwaltungsrat die neue Konzernleitung bestätigt und die schlankere, der Strategie angepasste Organisation festgelegt. Die Neuorganisation tritt ab sofort in Kraft.

So werden die Aktivitäten des traditionellen Kerngeschäftes Zeitungen, Zeitschriften und Druckereien inklusive ihrer digitalen Medienmarken wie etwa Ringier Print Adligenswil, die Beteiligungen an Swissprinters, Betty Bossi, "Le Temps" und die Aktivitäten in China und Vietnam in der Unternehmenseinheit "Ringier Publishing" gebündelt. CEO Marc Walder führt diesen Bereich selbst. Zeitschriften-Deutschschweiz-Chef Urs Heller ist sein Stellvertreter.

 

Bitter: Ein weiterer deutscher Manager fällt dem Umbau zum Opfer. Stefan Kastenmüller verlässt aufgrund der Reorganisation das Unternehmen „im gegenseitigen Einvernehmen“. Sein bisheriger Bereich "Ringier Entertainment" (Ticketcorner, InfrontRingier, Good News, Starclick) wird von Michael Voss zusätzlich zu seiner Tätigkeit als COO der Ringier geführt. Marc Walder: "Stefan Kastenmüller hat die Entertainment-Strategie von Ringier Schweiz weiter vorangetrieben. Dafür danken wir ihm." Der frühere Pay-TV-Manager Kastenmüller hat erst im Juli 2011 nach nur zwei Jahren seinen Posten als Chef der UFA-Tochter Brand Communication an den Nagel gehängt und im September bei den Eidgenossen angeheuert.

Anfang Mai fiel bereits Finanzchef Tobias Schulz-Isenbeck der Reorganisation zum Opfer, die seit dem CEO-Wechsel im April dieses Jahres vollzogen wir. Schulz-Isenbeck war zuvor Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt (Düsseldorf). Vor einigen Wochen hat auch Matthias Graf, 43, Leiter der Konzernkommunikation und Mitglied der erweiterten Konzernleitung der Ringier AG, seinen Hut nehmen müssen.

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KKR steigt bei Ringiers Digitalgeschäft ein

von Anja Janotta

Die KKR, Ex-Investor bei ProSiebenSat.1, erweitert das Medienimperium. Die Holding steigt bei Ringiers Schweizer Scout24-Gruppe ein. 49 Prozent übernehmen die neuen Investoren. Das Paket umfasst auch den Vermarkter Omnimedia, der bislang ebenfalls zu 100 Prozent zu der Digital-Holding des Schweizer Verlags Ringier ("Blick", "Schweizer illustrierte") gehörte. KKR steigt auch dort mit 49 Prozent ein. Verschiedenen Quellen zu Folge ist der Deal 160 Millionen Franken schwer. Zu Scout24 Schweiz gehören die Online-Marktplätze autoscout24.ch, motoscout24.ch, immoscout24.ch sowie die Kleinanzeigenplattform anibis.ch.

Angeblich ist KKR Axel Springer zuvor gekommen, die ebenfalls in der Schweiz verhandelt hatten, berichtet das "Handelsblatt". Allerdings hätten die Berliner nur ein Joint Venture angeboten, keine Übernahme. Auch TAMedia ("Tagesanzeiger") sowie die schwedische Beteiligungsfirma EQT sollen um die Schweizer Scout24 gebuhlt haben. Ringier erwirtschaftet derzeit 30 Prozent seiner Umsätze bereits digital, Vorstandschef Marc Walder will diesen Anteil bis 2017 auf 50 Prozent ausbauen. Walder hatte erst Anfang des Jahres die Scout-Gruppe ganz übernommen. Der "NZZ" hat Walder nun gesagt, dass damals schon klar war, dass man die Rubrikenmärkte mit einem Partner vorantreiben wollte.

Die KKR war mit Permira 2006 bei ProSiebenSat.1 eingestiegen und hatte 2013 erklärt, wieder aussteigen zu wollen - durch Umwandlung der Aktienanteile und Verkauf der Anteile an institutionelle Investoren.

von Anja Janotta - Kommentare Kommentar schreiben