| | von Judith Pfannenmüller

Konstantin Neven DuMont: "Diese Entscheidung ist unverantwortlich"

Der Kölner Erbfolgekrieg geht weiter: Konstantin Neven DuMont attackiert das Familienunternehmen und fordert seine Auszahlung. W&V-Redakteurin Judith Pfannenmüller hat den Verlagserben interviewt.

Herr Neven DuMont, der Aufsichtsrat hat nun verkündet, dass Sie Ihrer Posten als Herausgeber enthoben sind. Ist das nun der endgültige Rauswurf?

Ich halte diese Entscheidung für unverantwortlich. Ich habe immer noch keine Begründung für meine Beurlaubung bekommen. Da werden vom Aufsichtsrat peu à peu Fakten geschaffen. So bleibt das Thema weiter am Kochen. Die Öffentlichkeitsarbeit des Verlages, seit ich da beurlaubt wurde, ist eine Kommunikations-Katastrophe.

Dass Sie die internen Konflikte ausgerechnet über den Ortskonkurrenten "Bild"-Zeitung austragen, sehen Sie nicht als Katastrophe?

Die Fakten wurden ja vom Aufsichtsrat geschaffen. Die haben meine Beurlaubung zu einem Zeitpunkt beschlossen, als wir noch mitten in den Verhandlungen waren (Nach der Affäre um anonyme Kommentare im Blog des Medien-Journalisten Stefan Niggemeier hatte Konstantin Neven DuMont den Wunsch geäußert, seinen Vorstandsposten aufzugeben und in den Aufsichtsrat zu wechseln/d.Red). Nachdem der Aufsichtsrat mich beurlaubt hatte, war die Absprache, das intern zu regeln, damit für mich aufgehoben. Und wo, außer in der "Bild"-Zeitung, hätte ich mich denn äußern sollen; es gibt in Köln neben unserem Verlag ja keine anderen unabhängigen Tageszeitungen. Mir tun vor allem die Mitarbeiter leid, weil die Auseinandersetzung auf deren Rücken ausgetragen wird.

Ihre Rückkehr in den Verlag dürfte nach der jetzigen Entwicklung endgültig ausgeschlossen sein.

Die Chancen auf eine Rückkehr in den Verlag haben sich nicht gebessert, meine Position wurde jetzt noch mal geschwächt. Natürlich konnte ich auch während meiner Beurlaubung meine Rechte und Pflichten als Herausgeber schon nicht wahrnehmen, insofern ist das reine Kosmetik. Es wird allerdings nun als endgültiger Rauswurf interpretiert. Die Geschichte ist damit aber noch nicht zu Ende. Ich möchte meine Anteile nun so schnell wie möglich verkaufen. Ich werde sie zunächst meinem eigenen Stamm anbieten, und wenn sich da niemand findet, dann dem anderen. Ich kann gar nicht verstehen, warum diese Entscheidung auf die lange Bank geschoben wird. Wenn wir verkünden würden, dass wir uns geeinigt haben, wäre ja Ruhe.

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