| | von Petra Schwegler

Namensstreit um dapd: Warum es Platzhirsch dpa nun zu bunt wird

Zu ähnlich klingt der Nachrichtenagentur dpa der Name des noch jungen und wachstumsstarken Konkurrenten dapd. Jetzt wird es der dpa zu bunt: Wie Springers "Hamburger Abendblatt“ berichtet, will die Geschäftsführung ihren Wettbewerbern dapd "wegen Verletzung ihrer Marken- und Kennzeichenrechte verklagen“.

 

Die Agentur habe ihre Gesellschafter, zu denen nahezu alle deutschen Zeitungsverlage (und auch der Axel Springer Verlag) sowie Rundfunksender gehören, bereits über diesen Schritt unterrichtet, heißt es. Bei der Klage stehe die Frage im Vordergrund, ob der Agenturname dapd mit dem der dpa verwechselt werden könnte.

Gegenüber dem "Abendblatt“ lehnt die dpa auf Anfrage eine Stellungnahme ab. Dafür spricht dapd-Gesellschafter Martin Vorderwülbecke mit dem Autor Kai-Hinrich Renner und betont, ihm sei ein solcher Schritt von dpa-Anwälten bereits angedroht worden. Man habe sich bei der Entscheidung für den Namen dapd mit Fachjuristen beraten, die eine Verwechslungsgefahr verneint hätten – so der dapd-Manager. Vorderwülbecke und sein Partner Peter Löw sind alleinige Gesellschafter der dapd. Diese demonstriert gerade in einem ersten "Sozialreport", wie gut es um die Agentur bestellt ist; demnach hat die dapd-Gruppe 2011 die Mitarbeiterzahl um 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert und zum Jahresende insgesamt 515 Mitarbeiter beschäftigt.

Zwischen dpa und dapd ist die Luft seit Entstehen des Mitbewerbers im Jahr 2010 aus der Fusion der Agentur ddp mit dem deutschen Dienst der US-Agentur AP dicke. Gestritten worden ist bereits über die Frage, ob die dpa ein "Monoplist" oder der "Qualitätsführer" im Agenturmarkt sei. Beides darf nicht mehr behauptet werden. Ein Verfahren, in dem die dapd der dpa untersagen will, sich Marktführer im Multimediabereich zu nennen, läuft noch. Die dpa ist zudem wenig amüsiert darüber, dass das Auswärtige Amt Ende 2011 einen Großauftrag an dapd vergeben hat, den dpa zuvor verloren hat. Auch hier liegt eine Klage vor – die dpa will per Gericht klären lassen, ob das Vergabeverfahren der Bundesregierung rechtens ist.

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