Als CEO hat es Brian Sullivan geschafft, dass Sky erstmals nach mehr als 20 Jahren Geld verdient. Nun reiben sich Aktionäre an seiner Millionenvergütung.
Als CEO hat es Brian Sullivan geschafft, dass Sky erstmals nach mehr als 20 Jahren Geld verdient. Nun reiben sich Aktionäre an seiner Millionenvergütung. © Foto:Sky Deutschland AG

Murdoch zufrieden | | von Petra Schwegler

Neidfaktor Millionengehalt? Aktionäre kritisieren Sky-Chef Sullivan

Erstmals Geld verdient, die Abo-Wende eingeläutet, Mehrheitseigner Rupert Murdoch zufrieden gestellt – aber Sky-CEO Brian Sullivan eckt dennoch bei den Aktionären an. Grund: seine Vergütung von mehr als sechs Millionen Euro für das vergangene Jahr. Dieses Gehalt passe nicht zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens, kritisieren Anleger bei der Hauptversammlung am Donnerstag in München. Auch im Verhältnis zu den anderen Vorständen verdiene der Chef zu viel. "Das ist doch etwas aus den Fugen geraten", sagt Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Sky gehe immer noch am Stock, kritisiert ein anderer Aktionär. Der Aufsichtsrat verteidigt das Gehalt indes: Sullivan habe maßgeblich zur guten Geschäftsentwicklung bei Sky beigetragen, so der stellvertretende Vorsitzende Markus Tellenbach, der einst zu Kirch-Zeiten den Sky-Vorgänger Premiere lenkte. Derzeit werde über eine Vertragsverlängerung mit Sullivan verhandelt.

Im vergangenen Jahr hat Sky Deutschland die Zahl der Abonnenten auf mehr als 3,6 Millionen gesteigert und auf operativer Basis erstmals Geld verdient. "Wir erwarten, dass 2014 noch besser wird", sagt Sullivan nun vor mehreren hundert Aktionären. Umsätze, Abo-Zahlen und Ergebnisse sollen weiter zulegen. Anleger äußern aber Zweifel daran, dass das erklärte Ziel von 400.000 bis 450.000 neuen Abonnenten in diesem Jahr erreicht wird. Zu den Zahlen des ersten Quartals will sich das Unternehmen erst im Mai äußern.

Hintergrund für die Kritik an Sullivans Bezügen ist wohl, dass die Aktionäre nach einer jahrelangen Durststrecke – erst nach mehr als 20 Jahren erstmals ein Gewinn! – auch unterm Strich endlich schwarze Zahlen sehen und eine Dividende erhalten wollen. "Da muss noch mehr kommen", mahnt Marc Tümmler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Kritik übt er auch an der Abhängigkeit von Murdoch. "Wann lösen Sie sich aus den Finanzierungsklauen unseres Großaktionärs?" Sky Deutschland gehört seit 2013 mehrheitlich zum Medienimperium von Rupert Murdoch, der hunderte Millionen Euro in den Sender gesteckt hat. Sein Sohn James Murdoch, der seit dem vergangenen Jahr Aufsichtsratschef ist, zeigt sich bei der Hauptversammlung zufrieden mit der Entwicklung. "Ich bin sehr ermutigt von dem Fortschritt." Er sei zuversichtlich, dass sich die Entwicklung fortsetze.

Während sich die Aktionäre an Sullivans Millionen reiben, sind sich Branchenkenner darüber einig, dass der Murdoch-Abgesandte die letzte Rettung für das damals extrem angeschlagene Pay-TV-Unternehmen war.

ps/dpa

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