| | von Petra Schwegler

Ohne Show und "Wetten, dass...?" punktet Thomas Gottschalk kaum

Nach der Ankündigung der ARD, Thomas Gottschalks flauen Vorabend-Talk "Gottschalk Live" am 7. Juni auszuknipsen, hat Media Control teils bittere Erinnerungen rund um den 61-jährigen Entertainer zusammengefasst. Analysen früherer TV-Versuche Gottschalks zeigen nämlich: Ohne "Wetten, dass...?" und längere Showformate funktioniert der blonde Hüne nicht.

Die Zahlen von Media Control im Detail: Mit "Wetten, dass..?" hat Thomas Gottschalk 2011 im Schnitt 10,58 Millionen Zuschauer ab drei Jahren erreicht. Auch die zwischen 1995 und 1997 ausgestrahlte Sat.1-Sendung "Gottschalks Hausparty" nennen die Forscher einen "Straßenfeger": Gottschalk lockte damit bis zu sechs Millionen Interessierte an.

Doch bei kürzeren Formaten sieht es anders aus. Sendungen zwischen 30 und 50 Minuten hat Media Control in einer Sonderauswertung durchleuchtet. Und siehe da: Im Schnitt 1,54 Millionen Zuschauer sahen zwischen 1992 und 1995 die "Gottschalk Late Night"-Show auf RTL. Die 23.15-Uhr-Sendung, die US-amerikanischen Vorbildern wie der "Late Show with David Letterman" nachempfunden war, erreichte um diese späte Sendezeit immerhin einen Marktanteil von 15,0 Prozent. Dieser stieg bei den 20- bis 29-Jährigen am weitesten nach oben (17,9 Prozent).

Zwischen 1998 und 2000 hieß es auf Sat.1: "Gottschalk kommt!". Verschiedene Kandidaten im Kampf um verlockende SKL-Preise - das ließen sich am Samstagnachmittag 1,27 Millionen Zuschauer nicht entgehen (Marktanteil: 9,0 Prozent). Die besten Werte (11,1 Prozent) wurden bei den 14- bis 19-Jährigen erzielt – und damit wieder in einer der jüngsten Altersgruppen. Doch hier ging es mit den Quoten recht zügig bergab - die Darstellung unten beweist das.

Mit nur rund 30 Minuten sei die 2012er-Vorabendsendung "Gottschalk Live" das kürzeste Format im Vergleich - aber auch das mit der steilsten Bergab-Kurve. Durchschnittlich 1,37 Millionen Zuschauer sind bislang im Ersten dabei, der Marktanteil liegt bei 5,2 Prozent. Mehr als zehn Prozent Marktanteil im werberelevanten Umfeld hätte sich die ARD vorgestellt für das "Experiment". Und als wenn die Zuschauer den ARD-Entscheidern bei ihrem Nein zu mehr "Gottschalk Live“ auch noch recht geben wollten, haben am Mittwochabend nur 1,17 Millionen von ihnen den Talk eingeschaltet (Marktanteil: 4,9 Prozent).

Diese Zahlen von Media Control deuten durchaus darauf hin, dass Gottschalk die Show-Plattform und eine gewissen Länge des Formats benötigt, um in Form zu kommen und beim Publikum punkten zu können. Die ARD will den beliebten Entertainer auch nicht fallen lassen – die Verantwortlichen beraten nun mit Gottschalk über andere Formate im Ersten. Da könnten durchaus Primetime-Shows dabei sein - wurde schon früher gemunkelt.

Fest steht inzwischen, wie es ab 11. Juni im ARD-Vorabend aussieht – wie vor "Gottschalk Live“. Ein Ersatz der Reihe durch eine neue Sendung ist nicht vorgesehen. Im Einzelnen bedeutet das: Das Boulevardmagazin "Brisant" (Beginn: 17.15 Uhr) wird wieder verlängert, danach folgt vermutlich wieder gegen 18 Uhr die Serie "Verbotene Liebe", im Anschluss daran die übliche Krimiserie, entweder montags das "Großstadtrevier" oder dienstags bis donnerstags ein Krimi aus der Reihe "Heiter bis tödlich" in leicht verlängerter Form. Gegen 19.45 Uhr beginnt erneut  die Viertelstunde vor 20 Uhr, in der es früher Sendungen wie "Wissen vor 8" oder Börsen-Informationen gab.

Eine Ausnahme besteht jedoch am Freitag, wenn statt "Heiter bis tödlich" das Quiz "Drei bei Kai" mit Kai Pflaume zu sehen ist. Wie lange dieses Format noch Bestand haben wird, ist jedoch offen. Die Quoten waren ähnlich schlecht wie bei "Gottschalk Live". Freitags wird vermutlich ab August in einer Staffel von 33 Folgen erst einmal die Ratesendung "Null gewinnt" mit Dieter Nuhr im Programm sein. Sollte sich Nuhr bewähren, wird es für eine Rückkehr von Pflaume nach der Sommerpause eng. Bis Mitte August wird das ARD-Vorabendprogramm sowieso zumindest jeden zweiten Tag von Sportübertragungen wie der Fußball-EM oder den Olympischen Spiele bestimmt.

 

 

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