| | von Petra Schwegler

Ostrowski, Rabe: Was der alte und der neue Bertelsmann-Chef anschieben

News von Hartmut Ostrowski: Der 54-Jährige mischt jetzt bei einem Startup mit. Ostrowski, der zum Jahreswechsel seinen Posten als CEO von Bertelsmann niedergelegt hat, investiert laut "Handelsblatt“ bis zu eine Million Euro aus seinem Privatvermögen" in den Übersetzungs-Dienstleister Toptranslation in Hamburg. Das Startup steht für Fachübersetzungen in 45 Sprachen. In einer Mitteilung bestätigt Ostrowski den Deal. Die Agentur sei ein Tochterunternehmen des Hamburger Inkubators Hanse Ventures, der Gründern als aktiver Partner beim Aufbau ihres Unternehmens zur Seite steht, heißt es.

Hartmut Ostrowski bringt er sich mit seinem Netzwerk und Knowhow als erfolgreicher Manager bei Toptranslation ein. Neben Ostrowski beteiligen sich auch die bestehenden Investoren Heiko Hubertz, Geschäftsführer von Bigpoint, und Idealo-Gründer Martin Sinner an dieser Runde. Die Hanse-Ventures-Gründungsgesellschafter Rolf Schmidt-Holtz und Bernd Kundrun – Schmidt-Holtz, Kundrun und Ostrowksi kennen sich aus ihrer langjährigen Zeit bei Bertelsmann - sind über ihre Beteiligungsfirmen ebenfalls dort vertreten. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile 41 Mitarbeiter am Standort Hamburg und arbeitet weltweit mit über 3.000 Fachübersetzern zusammen.

Ostrowski ist durchaus noch mit Bertelsmann verbunden - als Mitglied in verschiedenen Aufsichts- und Beiräten, unter anderem bei der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Er hält heute auch diverse unternehmerische Beteiligungen. Dem "Handelsblatt“ sagt Ostrowski, er habe sich zum Ende seiner fast 30 Jahre bei Bertelsmann "durchgearbeitet und nicht mehr fit für den Konzernalltag" gefühlt. Künftig wolle er "mein bescheidenes Vermögen verwalten, fünf Aufsichts- und Beiratsmandate ausfüllen und als Unternehmer strategisch in junge Firmen investieren".

 

Unterdessen baut Ostrowskis Nachfolger, der neue Bertelsmann-Chef Thomas Rabe, vor allem im Dienstleistungssektor eifrig weiter um – während Ostrowski seine Leistungen beim "rasanten, internationalen Aufbau des Dienstleistungsgeschäftes der Arvato AG“ beschwört, zu dem bis Jahresanfang auch die kriselnde Drucktochter Prinovis gehört hat. Diese nimmt sich Rabe jetzt vor: Laut "Manager Magazin“, das wieder einmal die Gütersloher Internas verbreitet, setzt Rabe Thorsten Thiel vor die Tür. Der 45-Jährige ist seit 2008 Chef von Europas größter Tiefdruckerei. Nachfolger als Prinovis-Lenker soll demnach Bertram Stausberg werden, der bislang für die Nordstandorte der Firma zuständig ist. Zudem sorgt Thomas Rabe für mehr Kontrolle – indem er dem Blatt zufolge Bertelsmann-Personalchef Immanuel Hermreck und sich selbst ins Prinovis-Board setzt. Düstere Prognose: Laut "Manager Magazin" dürften Werksschließungen oder Verkäufe anstehen. Besonders gefährdet sei der Prinovis-Standort Itzehoe.

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