Digitales Comeback | | von Judith Pfannenmüller

Personalisierte Tageszeitung Niiu kehrt als iPad-App zurück

Sportteil aus der "Bild", Feuilleton von der "Neuen Züricher Zeitung" und Lokalnachrichten vom "Tagesspiegel", dazu ein Schuss Kommentar aus "The European"  sowie die persönlichen Nachrichten der Facebook-Freunde: Mit der Idee einer online individuell zusammengestellten, aber gedruckten Tageszeitung waren die damaligen Studenten Wanja Sören Oberhof und Hendrik Tiedemann im November 2009 in Berlin mit Niiu an den Markt gegangen. Doch die Printversion war im Januar des vergangenen Jahres gescheitert. "Wir hatten zuviele Mängel im Workflow und im Vertrieb,“ sagt Oberhof rückblickend.

Doch die Resonanz bei Werbekunden und Lesern habe "gezeigt, dass die Richtung stimmt,“ sagt der Jungunternehmer. Und so lassen die Niiu-Gründer noch diesen Herbst, jedenfalls rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft,  ihre innovative Idee wieder auferstehen – in lesefreundlicherem Gesamtdesign und in digitalisierter Form als iPad-App.

Konzept: Aus den Inhalten von 25 Titeln sollen die User ihre subjektiven Informationsbedürfnisse befriedigen können – in einheitlichem Layout in vom Leser gewählter Schrift, doch unter dem Logo der jeweiligen Tageszeitung.  Mit dabei sind bisher "Tagesspiegel", "NZZ" und "The European" sowie Axel Springer (mit welchen Titeln wird noch verhandelt). Die Gespräche mit weiteren überregionalen Zeitungen, Onlineportalen und  großen regionalen Zeitungsgruppen sind weit fortgeschritten.  Zunächst soll der Leser nach Ressort und Quelle filtern können. Doch die Niiu-Macher arbeiten bereits an verfeinerten Filtern wie "alles über Bayern München“. Eine Windows-App soll ebenfalls später folgen.

Mit den Abomarketing-Dienstleistern Presse Union und Intan Group sowie dem Ex-Manager der Arvato-Tochter AZ Direct, Tobias Eismann, als Business Angel, haben sich die Gründer finanzkräftige Gesellschafter mit Vertriebs-Knowhow ins Boot geholt. Mit beteiligt sind auch die Gründer der App-Agentur Sander und Spak (Janosch Sander, Marek L. Spak), die von der im August gegründeten Niiu Publishing GmbH übernommen wurde. Sander und Spak fungieren als Chief Technical Officers. Oberhof und Tiedemann behalten mit knapp über 50 Prozent weiter die Mehrheit an ihrer Firma.

 

Die Niiu-App soll zu einem monatlichen Abopreis zwischen 9,90 und 12,90 Euro vertrieben werden, die endgültigen Preise stehen noch nicht fest. Auch ein Paket aus Niiu-Inhalten und I-Pad wird geschnürt. Es soll unter 30 Euro monatlich kosten, an der endgültigen Preisgestaltung wird noch gefeilt. Die Niiu-App wird vorrangig online vertrieben. Darüberhinaus verhandeln die Gründer aber auch über Vertriebs-Aktionen am physischen  PoS  - die Läden eines großen Mobilfunkanbieters oder eines Computerhandels sind hier im Gespräch.

20.000 Abonnenten wollen die Gründer im ersten Anlauf gewinnen. Ein langer Atem ist durch die neuen Gesellschafter garantiert: "Wir müssen das diesmal nicht in sechs Monaten schaffen, sondern können uns mehr Zeit lassen,“ sagt Oberhof.

Ähnlich wie in der gedruckten Niiu können Werbekunden auch auf der Niiu-App individualisierte, auf die Interessen der Leser zugeschnittene und lokal ausgesteuerte Werbung schalten. Die Verlagspartner werden je nach Nutzung ihrer Texte an den Abo-Einnahmen und an den Werbeumsätzen mit einem variablen Prozentsatz beteiligt.

Personalisierte Tageszeitung Niiu kehrt als iPad-App zurück

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