| | von Anja Janotta

Presserat: Schon einige Beschwerden wegen Emden-Berichterstattung

Die Berichterstattung über den Mord an der elfjährigen Lena aus Emden ist ein Fall für den Presserat. Eine Reihe von Beschwerden sei beim Presserat bereits eingegangen, sagte Presserat-Sprecherin Ursula Ernst. In einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" hatte Ernst auch vor Vorverurteilungen gewarnt. Zunächst müsse man die Unschuldsvermutung wahren, "bis die Schuld des Verdächtigen bewiesen ist." Nach dem Mord in Emden war beim Presserat kritisiert worden, dass ein Verdächtiger im Vorfeld zu stark in die Öffentlichkeit gestellt worden sei. Es hatte sich dann nämlich herausgestellt, dass der zunächst verhaftete junge Mann unschuldig ist.

Zugleich sei es jedoch nicht zulässig, den Medien eine Teilschuld an vorschnellen Veröffentlichungen der Polizei zu geben, sagte Ernst. "Die Behörden haben ebenfalls klare Regeln, die nicht aufgeweicht werden dürfen." Sie kritisierte auch die niedrige Hemmschwelle bei den Medien: Es dürfe keinen Wettbewerb mit dem Internet geben, wenn es um die Unterbietung ethischer Maßstäbe gehe, betonte die Sprecherin. Selbst wenn im Web oder von der Polizei Namen genannt würden, müsse sich die Presse weiterhin an ihre eigenen ethischen Regeln halten. Dazu zähle auch die Anonymisierung für Tatverdächtige. dpa/aj

Presserat: Schon einige Beschwerden wegen Emden-Berichterstattung

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