RMS: Die Favoriten für die Fuhlisch-Nachfolge
Nach dem Weggang von Andreas Fuhlisch bewerben sich die ersten Kandidaten um den Chefposten beim Radiovermarkter RMS.
Die Nachricht war zeitlich geschickt lanciert: Eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff des WM-Spiels Deutschland gegen Ghana verschickte der Radiovermarkter RMS eine knappe Mitteilung, die darauf hoffte, im Vuvuzela-Getröte unterzugehen. Andreas Fuhlisch, Sprecher der RMS-Geschäftsführung, habe um die Auflösung seines Vertrags gebeten. Er verlasse das Unternehmen zum 31. Oktober.
Die Personalie zeigt, wie schwierig der Job als Chef der RMS ist, bei der 16 Gesellschafter mit unterschiedlicher Vehemenz ihre eigenen Interessen vertreten. Fuhlisch war dort im Herbst 2007 als Nachfolger für den diplomatisch-ausgleichenden Wilfried Sorge angetreten und hatte von vorneherein einen schweren Stand: Er konnte keinerlei Erfahrung mit dem Hörfunk aufweisen. Damit fehlte, wie es ein Branchen-Insider nannte, der „Stallgeruch“.
Mit seiner zuversichtlichen Art schien Fuhlisch den Laden trotz allem in den Griff zu bekommen – bis im Herbst 2008 der RMS aufgrund der Krise die Vermarktungserlöse wegbrachen. Der Druck von Kunden und Agenturen nahm rapide zu, unter den RMS-Eignern brach eine altbekannte Diskussion neu auf, die schon einmal den Vermarkter beinahe gespalten hätte: wie die Einnahmen aus den nationalen Werbeerlösen „gerechter“ verteilt werden könnten.
Dabei fiel auch mehrmals der Name des gescheiterten ProSiebenSat.1-Vermarkters Klaus-Peter Schulz – als möglicher Fuhlisch-Nachfolger. Aus Angst vor einer Rabattschlacht wurde der Antrag zwar abgelehnt, die Reihen konnte Fuhlisch aber nie mehr schließen. Trotzdem rang er noch hart um eine Vertragsverlängerung um weitere drei Jahre.
Insider gehen nun davon aus, dass sich der ehrgeizige Carsten Neitzel, Boss von Radio Hamburg, um die Nachfolge bemüht. Gute Chancen werden auch Kai Fischer, Chef von Hit-Radio Antenne, eingeräumt, der im Gesellschafterkreis hohes Ansehen genießt. Auch der Name Esther Raff, Chefin der AS&S Radio, kursiert. Der Nachfolger soll spätestens auf dem Radio Day am 7. Oktober präsentiert werden.
Autoren: Petra Schwegler, Helmut van Rinsum