| | von Petra Schwegler

So fährt Holtzbrinck sein Geschäft mit Regionalzeitungen zurück

Ein weiterer Deal macht die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck unabhängig vom regionalen Zeitungsgeschäft: Stefan von Holtzbrinck trennt sich nun von der Unternehmensgruppe Saarbrücker Zeitung. Dazu zählen auch das Traditionsblatt der "Trierische Volksfreund" und die "Lausitzer Rundschau" in Cottbus. Der 49-jährige Verlagserbe hat sich zuvor schon beim "Handelsblatt", beim "Tagesspiegel", bei "Südkurier" sowie "Main-Post" zurückgezogen und damit die Strategie verdeutlicht, dass der Konzern sich auf das digitale Geschäft konzentriert. Regionalzeitungen gehören fortan nicht mehr zur Gruppe.

 

Zurück an die Saar: Bis Mitte 2014 wird Holtzbrinck seine Anteile von derzeit rund 52 Prozent vollständig an die landesnahe Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB) verkauft haben. "Zum 1. August wird die GSB ihren Anteil von 26 Prozent auf zunächst 46,9 Prozent erhöhen. Bis spätestens Mitte 2014 wird die Verlagsgruppe ihre Beteiligung vollständig an die GSB übertragen“, heißt es dazu offiziell in eigener Sache auf der Homepage der Zeitung. Der Grund für den Verkauf sei allein die grundsätzliche
strategische Neuausrichtung seitens der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. "Wir wollen uns im globalen Wettbewerb auf weniger
Standbeine konzentrieren, auf Bildung und Wissenschaft, auf Literatur, auf digitale Geschäftsmodelle. In diesen weitgefassten
Kontext gehört auch fest unsere Beteiligung an der 'Zeit'," sagt Stefan von Holtzbrinck im Gespräch mit der "Saarbrücker Zeitung".

Entsprechende Verträge sind nach Konzernangaben am Dienstag in Stuttgart unterzeichnet worden. Noch muss das Bundeskartellamt zustimmen; auch warten die Gesellschafter auf die Abstimmung mit der Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Gemunkelt wird, dass die Unternehmensgruppe Saarbrücker Zeitung mit über 330 Millionen Euro Jahresumsatz für einen dreistelligen Millionenbetrag den Besitzer wechselt. Laut Turi2 will die GSB mittelfristig einen neuen Gesellschafter für den Verlag finden.

Erst im November 2011 hat die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck dem "Südkurier" an die Mediengruppe Pressedruck verkauft. Die Mutter der "Augsburger Allgemeinen" bekommt so 51 Prozent der Anteile am Konstanzer Südkurier Medienhaus. Wird Holtzbrinck in dem Segment immer unwichtiger, so kann die Augsburger Unternehmensgruppe ihre Position ausbauen – zumal die "Augsburger Allgemeine“ wenige Monate zuvor schon die Mediengruppe Main-Post in Würzburg in ihr Reich aufgenommen hat. Auch hier ist Holtzbrinck der Verkäufer gewesen.

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