| | von Petra Schwegler

So orientiert sich die ARD-"TagesWebSchau“ am Social Web

Facebook, YouTube, Twitter, Pinterest als Quelle für die "Tagesschau“ der ARD? Das ist durchaus der Fall bei Deutschlands erfolgreichster Nachrichtensendung – und erst recht beim jungen Ableger "TagesWebSchau“ für die Digitalsender und das Internet. Außerdem soll sie über soziale Netzwerke und auch mobil verfügbar sein. Das Format startet am Montag, 4. Juni, und richtet sich vor allem an jüngere Zuschauer, die Fernsehen mittlerweile häufig übers Netz schauen und sich im Social Web mit anderen über die Themen austauschen.

Die ARD-Anstalten Radio Bremen und Hessischer Rundfunk sowie die Nachrichtenredaktion ARD-aktuell sind für die "TagesWebSchau“ verantwortlich. Es soll eine Ausgabe pro Tag geben. Diese soll zwei bis drei Minuten dauern und stark von Infografiken leben, wie es am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz heißt. Das Format wird zu unterschiedlichen Zeiten bei den drei ARD-Digitalsendern Tagesschau24, EinsPlus und EinsFestival ausgestrahlt und kann im Netz bei tagesschau.de und auf den Internetseiten der jungen ARD-Radios abgerufen werden. Die Abnahme liegt bei der "Tagesschau“-Mutter ARD-Aktuell und damit beim zuständigen Chefredakteur Kai Gniffke.

 

Aber zurück zum Social Web, zu Facebook oder auch YouTube, die bei der Nachrichtenbeschaffung eine große Rolle spielen. Gniffke verrät, dass ARD-aktuell bereits seit einem Jahr eine "Task Force“ eingesetzt hat, die das Netz auf der Suche nach relevanten Nachrichten durchforstet. Sie muss auch die Inhalte auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen, gegenchecken, zusätzlich recherchieren. Kai Gniffke spricht von der "aktiven Integration von Netzinhalten“ – bei der neuen "TagesWebSchau“ , aber auch beim Traditionsformat "Tagesschau“. Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger will "Inhalte berücksichtigen, die im Netz aktuell sind und die Gemeinde bewegen, aber für die große Tagesschau und das Publikum um 20 Uhr eher weniger wichtig sind. Das alles mixen wir zu einem Format, das die Informations-Qualität der Tagesschau mit der Lebenswelt der Jungen und der Netzaffinen verbindet."

Alles in allem wird die „"TagesWebSchau“ in  kurzen Beiträgen die wichtigsten Ereignisse und Themen des Tages bündeln und aus "Sicht oder mit Bezug zur Netz-Gemeinschaft“ aufbereiten, wie es von den Machern heißt. Der bei der gestreamten Pressekonferenz gezeigte Pilot enthält dazu passend folgende Meldungen: der Prozess rund um Wikileaks-Macher Julian Assange, das Verfahren um den Facebook-Pranger und das gegoogelte Wörterbuch. Online wird es möglich sein, per Klick zusätzliche Inhalte wie etwa Videos, regionale Inhalte der Landesrundfunkanstalten oder weiterführende Links abzurufen.

Erarbeitet wird die Sendung von der "Digitalen Garage“ bei Radio Bremen in Zusammenarbeit mit ARD-Aktuell. Die "Digitale Garage“, die die Sendung täglich produziert, ist eine neue Redaktion, die sich aus ehemaligen Volontären von Radio Bremen zusammensetzt - gegründet, um "innovative und crossmediale Programm-Strategien und -Ideen zu entwickeln, die sich vor allem an die unter 30-Jährigen richten", heißt es.

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