| | von Petra Schwegler

So wird der 20. April für den ARD-Talk "Gottschalk Live“ zum Schicksalstag

Es ist offensichtlich, dass die ARD-Intendanten mit dem bisher glücklosen Vorabend-Talk "Gottschalk Live“ unzufrieden sind – und neuerdings auch die Gremien. Nun berichtet die "Welt“, dass die ARD-Granden schon einen Schritt weiter sind bei der Frage nach der Zukunft von Thomas Gottschalk in der "Todeszone“ und bereits am Montag – just zum Start der Umbauphase – per Schaltkonferenz mehrheitlich dafür ausgesprochen hätten, von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Das Blatt bezieht sich auf ARD-Kreise - wie schon der "Spiegel“ vor einigen Wochen, der dieses Sonderkündigungsrecht bereits umrissen hat.

Die Rede ist davon, dass der 20. April zum Stichtag für "Gottschalk Live“ werden soll. Habe sich bis dahin die Grundy-Light-Entertainment-Produktion nicht auf einen zweistelligen Marktanteilswert hochgeschraubt, dann könne sich das Werberahmenprogramm von der Produktion mit Beginn der Sommerpause im Juni zurückziehen. Als Richtmaß für den ARD-Vorabend gelten allgemein durchschnittlich zehn Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum; das Erste hat für den Vorabend-Umbau Serien ausgeknipst, die zumindest um die neun Prozent Marktanteil gestemmt haben. Aktuell hat sich Gottschalks Talk bei um die fünf Prozent eingependelt – da müsste ergo noch viel dazukommen.

 

Laut "Welt" haben die ARD-Chefs noch keinen formellen Beschluss zu "Gottschalk Live“ gefällt; die Rede ist vielmehr von einem Stimmungsbild der Intendanten, die dem Blatt zufolge den Produzenten noch nicht informiert hätten. Zitiert wird die ARD mit den Worten, dass es eine offizielle Entscheidung zum Thema Vorabend-Talk nicht gebe. Im Gegenteil: Die Intendanten hätten bekräftigt, "der Weiterentwicklung des Formats eine Chance zu geben". Der Eindruck entsteht, dass dies nur noch die WDR-Intendantin Monika Piel tut – sie soll sich bei der Schaltkonferenz am Montag laut "Welt“ der Stimme enthalten haben. Sie ist es nun auch, die gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa" ein vorzeitiges Ende dementiert: "Es wäre ja auch unsinnig, zeitgleich mit dem Relaunch der Sendung 'Gottschalk Live' deren vorzeitiges Ende zu beschließen", sagt Piel.

Interessant: Dass sich eine so klare Mehrheit der Intendanten für einen vorzeitigen Ausstieg aus "Gottschalk Live" ausgesprochen habe, liege an der Sorge der ARD-Oberen um ihr Flaggschiff "Tagesschau“, das durch die flaue Vorgabe leiden würde. Die "Welt“ greift in diesem Zusammenhang auch wieder die Spekulation auf, wonach die Intendanten einen Wechsel des Formats auf den Sendeplatz um 17.50 Uhr erwogen hätten – eben um die "Tagesschau“ aus dem Schussfeld zu nehmen. Doch dies sei nun verworfen worden. Alles in allem wird klar: Gottschalk, der neue Redaktionsleiter Markus Peichl und die Produktionsfirma Grundy LE müssen mächtig Gas geben, wollen sie mit "Gottschalk Live“ noch Land gewinnen; mit dem Umbau haben sich zumindest wieder um die 1,2 Millonen Zuschauer vor den Bildschirmen gefunden - nach dem Quotentiefpunkt der vergangenen Woche. Zuvor ist schon spekuliert worden, dass sich Gottschalk um den Job an sich nicht sorgen müsse - die ARD wolle ihn für andere Zeitschienen durchaus weiter einsetzen.

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