Dieser Finger bewegte das Netz: Laut MediaCom Science sorgten die Jan-Böhmermann-TV-Aktionen 2015 für Nutzungs-Peaks im Social Web.
Dieser Finger bewegte das Netz: Laut MediaCom Science sorgten die Jan-Böhmermann-TV-Aktionen 2015 für Nutzungs-Peaks im Social Web. © Foto:Screenhsot Youtube/ZDFneo

Social-Media-Ranking von MediaCom | | von Petra Schwegler

"Tatort“ bewegt das Social Web, Böhmermann überrascht es

Sendungen des guten alten Fernsehens wie ”Tatort“ und ”Polizeiruf 110“ entwickeln sich auf den Plattformen der sozialen Netzwerke immer mehr zum Renner. 10,1 Millionen Twitter-Tweets und Facebook-Einträge beschäftigten sich im Jahr 2015 mit dem TV, im Jahr 2014 waren es 5,8 Millionen, 2013 noch knapp 2,4 Millionen. ”Tatort“ und ”Polizeiruf 110“ halten dabei die Spitzenposition mit gut 750.000 Nennungen im Netz, wie eine am Freitag veröffentlichte Analyse des Marktforschungsunternehmens MediaCom Science in Düsseldorf ergibt.

Die Zahlen belegen die Spitzenstellung von "Tatort" und "Polizeiruf 110" in den Social Media-Charts - wie schon im Gesamtranking von 2014. Hier wird auch deutlich, wie stark das Diskussionsvolumen zugenommen hat: Es stieg laut MediaCom Science um satte 32 Prozent von 574.270 auf 757.000 Postings. Wie schon 2014 landete auch im vergangenen Jahr die "Tagesschau" mit 746.872 Postings (445.537 Postings in 2014) auf Platz zwei und die Promi-Castingshow "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" mit 620.163 Tweets und Facebook-Posts (423.990 Postings in 2014) auf Platz drei.

"Der sprunghafte Anstieg der Social Media-Diskussionen zum TV-Programm begründet sich wesentlich aus der deutlich höheren Facebook- und Twitter-Nutzungsintensität der bestehenden User", erklären die Forscher. Die Zahl der neu hinzugekommenen Nutzer, die sich übers TV austauschen, ist der Auswertung zufolge nur ”unterproportional“ um neun Prozent gestiegen. Waren es im Jahr 2014 noch etwas über 2 Millionen verschiedene User, so beteiligten sich 2015 etwa 2, 25 Millionen am Gedankenaustausch im Netz. Und. Es twittern und posten vor allem die 14- bis 29-Jährigen regelmäßig während der TV-Nutzung.

"Leuchtturm-Events im TV treiben die Social TV-Nutzung" – konstatiert MediaCom Science und führt aus: Am häufigsten diskutierten die User in den Monaten Januar und Mai über TV-Sendungen im Social Web. Das hohe Engagement ist auf große TV-Events wie #IBES oder ESC zurückzuführen. Für Januar 2015 zählt MediaCom über 1,2 Millionen Tweets und Facebook-Posts. Im Mai sind es sogar fast 1,4 Millionen.

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Einen Überraschungserfolg landet im Social Web das "Neo Magazin Royale" mit Moderator Jan Böhmermann. Mit mehr als 251.000 Posts platziert es sich auf Platz zehn im Ranking - und damit vor quotenstärkeren Formaten wie "Circus HalliGalli", "hart aber fair" oder "Schlag den Raab". Das Konzept gehe für das ZDF damit auf, heißt es: "In Social Media begeistert das Format innerhalb eines Jahres nach Sendestart mit online-first und online-exklusiven Inhalten eine hochaktive, digitale Bohème." Mit viralen Hits wie dem Varoufake-Video oder dem Böhmermann-Song "Ich hab Polizei" erreiche Böhmermann mit Sendung in ZDF und ZDFneo im Social Web Millionen von Nutzern.

Den hervorstechendsten Twitter-Tweet mit den meisten Retweets und ”Gefällt“-Angaben steuerte übrigens die Youtuberin Dagi Bee während des Live-Finales von ”GNTM“ im Mai bei, das wegen einer Bombendrohung abgebrochen werden musste. ”Krasse Action bei #GNTM .. habe es gerade erfahren.. Aber zum Glück ist niemandem was passiert“, schrieb sie. Mehr als 24.000 Retweets und ”Gefällt“-Klicks sammelte sie dafür ein.

Christian Franzen, Managing Director der Agentur MediaCom, kommentiert das Social-Media-Ranking auch mit Blick auf die Vermarktung so:

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"Das Sofa ist in 2015 zur Kommando- und Nachrichtenzentrale geworden. Serien-Dauerbrenner wie der Tatort oder das Dschungelcamp-TV-Event haben gezeigt, dass Fernsehen aktueller und vor allem für junge Zielgruppen relevanter denn je ist. Auch in 2016 erwarten wir ein hohes Engagement zu TV-Events wie IBES, dem ESC oder GNTM - für Werbetreibende bedeutet das weiterhin ein großes Cross-Media-Potential, wenn sie klassische und neue Medien in der Werbeansprache miteinander verknüpfen.

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ps/dpa

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