| | von Petra Schwegler

Warum die "FAZ" trotz Werbeflaute wachsen kann

Es ist der „Kostendisziplin“ der Frankfurter Allgemeine GmbH zu verdanken, dass die „FAZ“ auf Kurs bleibt und den Jahresüberschuss 2011 auf 19,3 Millionen Euro steigern kann.

Tobis Trevisan lenkt die "FAZ" in neue Gefilde (Foto: FAZ/Wolfgang Eilmes).

Tobis Trevisan lenkt die "FAZ" in neue Gefilde (Foto: FAZ/Wolfgang Eilmes).

Insgesamt seien im Berichtsjahr die Umsatzerlöse um 1,9 Prozent auf 276,5 Millionen Euro gestiegen, berichtet die überregionale Tageszeitung am Mittwoch in eigener Sache. Das Plus fußt aber noch auf weiteren Säulen: „Die deutliche Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf ein merklich höheres Beteiligungsergebnis durch die Veräußerung der Anteile an der Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH in Potsdam zurückzuführen“, heißt es aus Frankfurt. Zudem meldet die „FAZ“ deutliche Zuwächse bei der Vermarktung elektronischer Produkte des Archivs. „Besonders gut entwickelten sich der neue Dienst F.A.Z.-Research sowie der Verkauf von Lizenzen und Nachdrucksrechten. Der Online-Werbemarkt verzeichnete ansehnliche Zuwachsraten“, fasst die GmbH zusammen.

Doch im Großen und Ganzen hat die „FAZ“ vorrangig mit dem Rückgang im Printmarkt zu kämpfen. Im Jahresverlauf hat der Verlag einen „leichten Rückgang der verkauften Auflage um 1,1 Prozent auf 361.111 Exemplare“ hinnehmen müssen; damit schneide das Blatt „deutlich besser ab als die Branche (minus 3 Prozent)“.  Positiv dagegen die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“:  Sie legt 2011 im Schnitt um 1,5 Prozent auf 356.848 Exemplare zu. Die Vertriebserlöse beider Zeitungen sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. „Dem standen allerdings branchenweit sinkende Anzeigenumfänge (minus 4,4 Prozent) gegenüber, denen sich die F.A.Z. vor allem im Stellenmarkt nicht entziehen konnte“, räumt das Haus ein. Vor allem durch Preiserhöhungen hat der Verlag die Anzeigenerlöse nahezu stabil halten können. Nun sollen zur Stabilisierung der Auflage der beiden Zeitungen die Marketingaktivitäten verstärkt werden.

Für die Zukunft sind "weitere Kostensenkungsmaßnahmen" geplant, denn an einen starken Markt glaubt in Frankfurt keiner. Vielmehr heißt es: „Wegen der konjunkturellen Unsicherheit infolge der Euro-Schuldenkrise müsse mit einem weiter volatilen Anzeigengeschäft gerechnet werden.“ Aber es wird nicht nur gespart: Wie auch Bertelsmann oder Holtzbrinck plant die „FAZ“ den Einstieg in die Weiterbildungsbranche. Neben den Zeitungen und den digitalen Produkten haben wir uns entschieden, in das Weiterbildungsgeschäft einzusteigen“, sagt Tobias Trevisan, der Sprecher der Geschäftsführung der „FAZ“, am Dienstag auf der Gesellschafterversammlung in Frankfurt. Das passe zur Marke und verspreche Wachstum in den nächsten Jahren. Details werden noch nicht genannt.

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