Splitter:
Was sonst noch in der Medienbranche passiert
Sat.1 muss bei "Patchwork Family" noch nachlegen, Bernd Schiphorst wird 70, Krautreporter.de sammelt Geld für wahren Journalismus.
Sat.1. Der Sender will ja eigentlich mit "Patchwork Family" den schwächelnden Vorabend endlich auf Vordermann bringen. Aber so richtig überzeigt hat das Scripted-Reality-Format zum Start nicht: Nur 520.000 Zuschauer in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen guckten am Montag ab 18 Uhr bei der neuen TV-Familie vorbei – macht einen schwachen Zielgruppen-Marktanteil von 7,4 Prozent. Insgesamt 1,39 Millionen Zuschauer sahen die Premiere der "Patchwork Family", für die breit geworben wurde.
Bernd Schiphorst. Wird am Dienstag 70 Jahre alt. Kaum ein Manager hat die Medienmetropole Hamburg so stark geprägt wie der gebürtige Oldenburger. Zunächst leitete er beim Hamburger Gruner+ Jahr das Vorstandsbüro und war zeitweise sogar Pressesprecher der Bertelsmann-Tochter. 1984 wechselt er zur Ufa Film- und Fernseh-GmbH und ist dort elf Jahre lang Vorsitzender der Geschäftsführung. 1995 wurde Schiphorst Präsident und CEO von AOL Europe, das in Hamburg seinen Firmensitz hatte. Auch in der Hamburger Medienpolitik war der Manager sehr aktiv. So war er ab 1993 Vorsitzender des Ausschusses für Medienwirtschaft. 2000 agiert er zudem als Medienbeauftragter der Länder Berlin und Brandenburg. Auch im Sport engagierte sich Schiphorst. So wird er ebenfalls im Jahr 2000 zum Vereinspräsidenten des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC gewählt. Gregory Lipinsky
SPD-Medienholding. Die ddvg hat ihre Haltung bei der Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" verteidigt. Sie könne die angeschlagene "FR" nicht retten, sagt die SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Aus anderen Titeln des Beteiligungsbesitzes der Holding sei der "FR" über Jahre finanziell unter die Arme gegriffen worden. Aber: "Wir können nicht wegen eines Titels, der absehbar niemals eine schwarze Null bringen wird, die anderen Titel in Gefahr bringen", so Hendricks. Die ddvg hatte die "FR" Anfang 2004 für den symbolischen Preis von einem Euro samt Schulden übernommen, sie vor dem damals absehbaren Konkurs gerettet und zwei Jahre später den Mehrheitsanteil an die Mediengruppe M. DuMont Schauburg verkauft. Seitdem hält die ddvg 40 Prozent. Am Mittwoch um 11.30 Uhr soll die Belegschaft erfahren, ob ein Investor gefunden ist oder ob die Zeitung eingestellt wird. Insgesamt stehen rund 450 Arbeitsplätze auf dem Spiel, davon etwa die Hälfte im verlagseigenen Druckzentrum. Als Interessent für Teile der Redaktion drängt sich die "FAZ" in den Vordergrund.
Krautreporter.de. So heißt die Crowdfunding-Plattform für Journalismus, die ab sofort online ist. Die Journalisten Sebastian Esser und Wendelin Hübner wollen so dafür sorgen, dass "Journalismus nicht am Geld scheitert". Journalismus-Crowdfunding ermögliche Storys, die wichtig seien, die aber niemand finanziere, heißt es. Grundgedanke: Für manche journalistischen Projekte haben Medienunternehmen kein Geld mehr. An deren Stelle treten bei Krautreporter viele freiwillige Unterstützer. Sie finanzieren mit kleinen Beträgen Reportagen, Recherchen und Reisen, Features, Fotos und Filme.
Austereo. Stellt nach dem Selbstmord einer Londoner Krankenschwester wegen eines Telefonscherzes zu Prinz Williams schwangerer Ehefrau Kate die dafür verantwortliche australische Radiosendung ein. Die Reihe "Hot 30" werde aus dem Programm genommen, teilt die Sendergruppe mit. Die Krankenschwester hatte sich er- hängt, nachdem sie auf einen Scherzanruf des Radiosenders 2DayFM hereingefallen war. Die 46-Jährige hatte versehentlich mit dafür gesorgt, dass die Moderatoren Auskünfte über den Zustand der schwangeren Kate erhielten.
Sat.1. Der Privatsender wird die Politsatire "Der Minister" am 12. März um 20.15 Uhr ins Fernsehen bringen. In dem Film spielt Hauptdarsteller Kai Schumann den Minister Franz Ferdinand von und zu Donnersberg und Johann von Bülow seinen besten Freund Max Drexel, der sich als Ghostwriter von Franz Ferdinands Doktorarbeit und seiner Reden betätigt. Die Geschichte sei angelehnt an reale politische Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, gerade rund um den Aufstieg und Fall von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), heißt es in einer Mitteilung des Senders. In weiteren Rollen spielen Walter Sittler als Franz Ferdinands Vater, der mit strengen Augen das Schicksal seines Sohnes verfolgt, und Katharina Thalbach als Kanzlerin Murkel.
WDR. Ernennt Stefan Wirtz zum neuen Unternehmenssprecher. Der 55-Jährige folgt auf Gudrun Hindersin, die zu Phoenix wechselt. Wirtz war in den letzten zwei Jahren ARD-Sprecher, davor unter anderem Redakteur bei Frank Plasbergs Talk "Hart aber fair". Hindersin, 56, die seit 2007 die Unternehmenskommunikation des WDR geleitet hatte, wird zum 1. April neue Leiterin Kommunikation beim ARD- und ZDF-Gemeinschaftssender Phoenix. Per Mail.