Splitter:
Was sonst noch in der Medienbranche passiert
Medienwächter unter Verdacht, ARD mit dauerhafter Lust auf Satire, "Focus" mit Berliner Plänen, Köckritz mit noch mehr "Ramp".
LMS. Die Staatsanwaltschaft geht Korruptionsvorwürfen gegen den Direktor der saarländischen Medienanstalt nach. Es geht um den Verdacht der Vorteilsannahme. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bestätigt einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Hintergrund: Der LMS-Chef soll vom Privatsender Das Vierte unerlaubt Zahlungen an eine Einrichtung der Filmförderung gefordert haben - im Gegenzug für einen Platz im TV-Kabelnetz. 45.000 Euro sollen geflossen sein. Die LMS weist die Vorwürfe zurück und führt einen Passus im Landesmediengesetz an, wonach Anbieter nach Zahlungen für die Filmförderung bei der Vergabe von Plätzen im Kabelfernsehen bevorzugt werden könnten. Für Freitag wird nun eine Pressekonferenz angesetzt. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken erklärt, die Ermittlungen seien nach einer Selbstanzeige des Münchner Veranstalters im Oktober 2012 ins Rollen gekommen. Insgesamt seien bis zur Anzeige drei vierteljährliche Zahlungen in Höhe von 15.000 Euro geflossen. LMS-Chef Gerd Bauer habe sich noch nicht geäußert. Er ist auch Geschäftsführer der Saarland Filmcommission & Filmförderung GmbH. Via dpa
ARD. Lässt die neue Satire-Sendung "Frühstücksfernsehen" mit Olli Dittrich und Cordula Stratmann in Serie gehen. Dazu habe sich der WDR noch vor der Ausstrahlung der ersten Ausgabe an diesem Montag (23.30 Uhr) entschieden, sagt ein Sprecher der "dpa". "Dittrichs Präzision in der Schauspielerei, seine großartigen Masken heben die 30 Minuten heraus aus dem Comedy-Allerlei", so WDR-Unterhaltungschef Siegmung Grewenig. Deshalb will der Sender die Satire unabhängig von der Quote der ersten Ausgabe als Staffel mit sechs weiteren Folgen produzieren.
"Focus". Beim Burda-Nachrichtenmagazin haben 70 Mitarbeiter einen so genannten Brandbrief an die Verlagsleitung geschrieben. Sie befürchten, dass die gesamte "Focus"-Mannschaft von München nach Berlin umgesiedelt werden könnte. Laut einem Bericht von "newsroom.de" sprechen einige von Plänen im Sommer, andere von Herbst dieses Jahres. Von Verlagsseite heißt es, dass der Berliner Standort zwar gestärkt werden soll, ein kompletter Umzug aber nicht geplant sei.
Kirch vs. Deutsche Bank. Der Schadenersatzstreit zwischen den Erben von Leo Kirch und der Deutschen Bank geht Mitte Juni in eine weitere Runde. Nach der grundsätzlichen Verurteilung der Bank zu Schadensersatz will das Oberlandesgericht (OLG) München am 13. Juni über die weiteren Schritte beraten. Zu klären ist unter anderem, welche Gutachter darüber entscheiden sollen, wie hoch der entstandene Schaden tatsächlich war und wie viel Geld die Bank am Ende zahlen muss. Das OLG hatte die Bank im Dezember zu Schadenersatz für die Pleite des Medienimperiums des inzwischen verstorbenen Leo Kirch 2002 verurteilt. Die Kirch-Seite hatte auf zwei Milliarden Euro geklagt. Via dpa.
Michael Köckritz. Der Chefredakteur von "Ramp" und "Rampstyle" erweitert die "Ramp"-Familie um den "Rampreport". Die erste Ausgabe der Zeitung beschäftigt sich in einer Auflage von 20.000 Exemplaren mit dem Thema Design und wird an die Community, Abonnenten und Marktpartner verschickt. "Rampreport" erscheint im klassischen Zeitungsformat, das Layout im "Ramp"-Style. Köckritz: "Wir haben jetzt ein Medium, das aktuelle Themen gut inszenieren kann. In diesem Fall nutzen wir den ersten Rampreport als Teaser für unser Ramp-design-Heft #1, das zur IAA kommt." Künftig wird "Rampreport" mindestens vier Mal jährlich jeweils zweisprachig (Deutsch/Englisch) zu unterschiedlichen Themen und Anlässen erscheinen. Die Zeitung liegt auch an ausgewählten Kiosken zum Copypreis von 3,50 Euro. Per Mail.
"Spiegel". Dort macht Stefan Niggemeier nicht mehr weiter: Ende des Monats wird er das Nachrichtenmagazin verlassen. Es habe einfach nicht richtig gepasst, so seine Begründung.
Rundfunkbeitrag. Ein weiterer Kläger gegen die neuen Gebühren steht bereit: Ein Wirtschaftsrechtler und Professor will vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart klagen.
Tele 5. Nutzt den teilweisen Rückzug von Sendern wie RTL II aus dem Genre Animé, um Serien dieser Art verstärkt ins Programm zu holen. Am Montag, 17. Juni, startet der Münchner Sender in Kooperation mit Peppermint Anime den Neustart von frisch produzierten Anime-Serien und wird damit "zum einzigen deutschen Free TV-Sender, der aktuell mit einem solchen Programm-Angebot aufwartet", wie es von Tele 5 heißt. Zu sehen sind "Guilty Crown" (ab 22.10 Uhr) und "Black Lagoon" (ab 23.10 Uhr) jeweils montags, in Doppelfolgen und als deutsche Free TV-Premieren. Per Mail.