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20 Jahre Mauerfall: Erinnerungen an den Herbst 1989
Wo waren Sie, als die Mauer fiel? Ich saß zuhause zusammen mit meiner Frau, guckte Fernsehen, als plötzlich die ominöse Schabowski Meldung kam. Da ab gab es nur noch eines: Dranbleiben! Von nun an lief der Fernseher bis nachts um 2 Uhr. Zwischendurch mit meinen Eltern telefonieren, Freunde anrufen, das Unglaubliche weitertragen, mit anderen teilen.
Was haben Sie damals empfunden? Der ganze Abend war ein einziges Wellenbad der Gefühle. Zunächst geheult wie ein Schloßhund. Dann Freudentränen, dass nun die anderen, "die von drüben", endlich die Chance bekamen, frei leben zu können. Endlich die Grenze offen. Vorbei die ewigen Wartereien an den Übergangsstellen.Endlich wieder ein Deutschland.
Was hat die Wende für Sie persönlich und beruflich bedeutet und verändert? Ich hatte schon als Kind darunter gelitten, meine Großeltern, die in Ostberlin lebten, nur selten sehen zu können. Und wenn, dann unter schwierigsten Umständen, ständig kontrolliert und überwacht. Das war nun vorbei. Silvester 1989 verbrachte ich mit meiner Frau in Berlin, wir schlenderten vom Brandenburger Tor zum Alex und genossen unsere Freiheit. Im Sommer drauf per Campingbus durch Mecklenburg und dann ein paar Tage Rügen - herrlich war's. Beruflich hat sich für mich nix verändert - ich bin gern zu Besuch in Berlin, aber meine berufliche Heimat war immer in München.










