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Cannes 2009: Lukas Lindemann Rosinski hält die Promo-Ehre hoch
Zehn deutsche Arbeiten hatten es auf die Shortlist geschafft, am Ende freut sich nur eine Agentur aus deutschen Landen über einen Löwen. Die bronzefarbene Ehrung geht an Lukas Lindemann Rosinski für den Kunden Mytoys.de mit dem Titel „Lego Brick Boxes“. „Eine beeindruckende Arbeit“, urteilt der deutsche Promo-Juror Johannes Milla von Milla und Partner. „Der Jury hat vor allem gefallen, dass das Kommunikationstool und das Produkt identisch sind“. Lukas Lindemann Rosinski hatte ein Citylight aus Legosteinen zusammengesetzt. Der aus Legosteinen entstandene QR-Code konnte dann mit der Handykamera abfotografiert werden. „Die Verbindung des alten Spielzeugs Lego mit dem neuen Spielzeug, der Handykamera“, sagt Milla schmunzend.
Viel zu lachen hatte der deutsche Juror im Kreise seiner 17 internationalen Mitjurierenden sonst wenig. „Die internationale Jury war sich einig, dass deutsche Agenturen ein Qualitätsproblem haben“, berichtet Milla von seiner Arbeit in den vergangenen Tagen. Außerdem sei offensichtlich gewesen, dass viele Arbeiten deutlich als Gold-Ideen ausgelegt waren. „Es war für die gesamte Jury auffallend, dass besonders aus Deutschland extrem viele Arbeiten gekommen sind, die für den Markt komplett irrelvant sind“, so Milla weiter. Immer wieder sei er von den aus aller Welt kommenden Jurykollegen angesprochen worden, warum die Deutschen so erpicht darauf seien, mit allen Mitteln einen Löwen nach Hause zu holen.
Geholfen haben die Gold-Ideen den Deutschen nicht. Zwar hält Lukas Lindemann Rosinski die deutsche Ehre hoch, aber nach sechs Löwen im vergangenen Jahr ist die Ausbeute mehr als mau. Trotzdem: „Wer einen Löwen bekommt, darf einfach platzen vor Stolz“, freut sich Milla mit den Hamburger Werbern.
Der Grand Prix geht derweil an Beacon Communications Tokyo für die Kampagne „Yubari“. Mit Hilfe eines ausgeklügelten und kreativen Konzepts positionierte die Agentur die ehemaligen Minenstadt, die als fast ausgestorben galt und tief in den Schulden steckte, als Stadt ohne Geld aber mit einem großen Herz. Unter dem Titel „no money but love“ entstand eine Kampagne, die Paare nach Yubari kommen lässt, um sich dort ein Liebesversprechen zu geben.
Zu dem Grand Prix gesellen sich zehn goldene Löwen, neun silberfarbene und 24 Bronze-Lions. Die zuvor als Favorit gehandelte Kampagne „Adithread“ für den Kunden Adidas von TBWA/Whybin/Tequila New Zealand schrammt knapp am Grand Prix vorbei. Die Idee: Fans des Rugbyteams „All Blacks“ registrieren sich und lassen ihren Namen in das Emblem auf den Trikots der Spieler winzigklein sticken, um so ihrem Team näher zu sein.
Erstaunlicher Trend: Besonders viele der Gewinner-Löwen kommen aus dem pazifischen Raum, aus Ländern wie Australien, Neuseeland, Japan, China oder Singapur. „Es gibt seht viel Kreativität in der Pazifik-Region“, erklärt Atul Nath, Managing Director von Candid Marketing in Indien. „Und jetzt bemerken wir es endlich zum ersten Mal.“
Auch Milla ist von den internationalen Arbeiten überzeugt. „Die gesamte Qualität war sehr stark“. Für Jury-Präsident William Rosen von Arc Worldwide, USA, war es Antrieb, den hohen Standard beizubehalten. Aus diesem Grund habe man weniger Arbeiten als zuletzt prämiert. Schließlich sei es immer noch Antrieb jeder Promo-Arbeit, die Konsumenten zu aktivieren und zu beeinflussen. Mit dem Grand Prix sei das in Perfektion gelungen. (lhe)
Die Ergebnisse der Direct und PR Lions lesen Sie unter www.wuv.de/cannes2009.
Herrmann Redakteur











