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Jung von Matt sammelt erneut Gold für den interaktiven Horrorspot von "13th Street".
Jung von Matt sammelt erneut Gold für den interaktiven Horrorspot von "13th Street".

Cannes 2010: Einmal Filmgold, zweimal Bronze für Deutschland

veröffentlicht am 26.06.2010 um 20:49 Uhr · Agenturen · Artikel

Der Film-Grand-Prix ist eine kleine Überraschung: Die Jury um Jurypräsident Marc Tutssel vergibt den höchsten Preis an Procter & Gamble für die Duftmarke "Old Spice". Das Argument der Jury: Die Kampagne frischt eine alte, eingeschlafene Marke wieder auf und ist damit wirklich relevant für den Kunden.

"Ich bin mir nicht sicher, ob man sich nächstes Jahr an die Kampagne auf die Art und Weise erinnern wird, wie man sich immer noch an den Cadbury-Gorilla erinnert", sagt der für Deutschland in der Jury sitzende Arno Lindemann. Mit der Entscheidung der Jury kann er trotzdem gut leben. "Es ist gut, dass wir das Signal an die Kunden senden, dass mutige Kampagnen auch Erfolg haben." Im alltäglichen Werbeblock sei die Arbeit für Old Spice eine hervorragende und herausstechende Kampagne. Neben dem Grand Prix vergibt die Jury 14 mal Gold. 24 Arbeiten holen sich einen silbernen Löwen ab, 61 mal gibt es Bronze. Für die deutschen Agenturen ist das Abschneiden zufriedenstellend, wenn auch nicht herausragend. Einmal Gold gewinnt Jung von Matt für 13th Street. Serviceplan nimmt Bronze für BMW Motorräder mit nach Hause, Lukas Lindemann Rosinski stellt sich den insgesamt elften Löwen mit einem bronzenen Preis in die Vitrine. Im vergangenen Jahr gewannen deutsche Agenturen nach ebenfalls zehn Shortlistplätzen zwei silberne und zwei bronzefarbene Löwen.

"Wir haben noch zuwenig Mut", kritisiert Lindemann das Abschneiden der Deutschen. In Deutschland sei es fast nicht möglich, den Kunden Ideen zu verkaufen, die nicht getestet werden können und bei denen man im Vorfeld nicht sagen könne, ob sie überhaupt funktionieren. Die Schuld darin sieht er nicht nur bei den Kunden. "Das, was zum Beispiel in den USA möglich ist, hat viel mit Vertrauen zwischen Kunde und Agentur zu tun. Daran müssen wir noch arbeiten", sagt der Chef der Hamburger Agentur Lukas Lindemann Rosinski.

Film-Juror Arno Lindemann

Zwei Trends seien in diesem Jahr zu beobachten gewesen. Zum einen entwickelt sich die Kategorie immer weiter - vor allem die Unterkategorien Interactive Films und Other Screens hätten gezeigt, wo es mit dem klassischen 30-Sekünder hingehen kann. "Wir wollen ein Signal für die Zukunft setzen", sagt Tutssel.

Auf der anderen Seite sei es der Jury wichtig gewesen, nur Filme auszuzeichnen, die für den Kunden auch wirklich eine Relevanz haben. "Wir haben Kampagnen prämiert, die dem Kunden bei der Lösung eines Problems wirklich helfen", betont Tutssel. Und zieht das zufriedene Fazit: "This was a remarkable year für film-making."

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