Cannes-Cyber-Juror Jens Schmidt: "Verführerische Wirkung"
Jens Schmidt holte sich 2001 mit seiner Agentur Moccu einen Löwen aus Cannes ab. Jetzt kann er zum zweiten Mal als Cyber-Juror über die diesjährigen Preisträger des Werbefestivals mitbestimmen.
Bereits zum zweiten Mal sitzt Jens Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von Moccu, in einer Cannes-Jury. 2004 hatte er seine Premiere als Jurymitglied. Jetzt darf er wieder über die besten Arbeiten bestimmen - als Cyber-Juror. Moccu definiert sich als Kreativagentur für digitale Medien und hat ihren Sitz in Berlin. 2000 wurde sie gegründet, ein Jahr später hatte es Moccu geschaft, einen goldenen Löwen in der Kategorie Cyber in Cannes abzustauben - mit der unternehmenseigenen Website.
Schon aus diesem Grund schwärmt Schmidt geradezu von Cannes: "Cannes ist das Festival mit der größten internationalen Strahlkraft. Das liegt daran, dass Cannes es immer wieder schafft, sich selbst so glamourös zu inszenieren. Zudem verzaubert einen die Stadt Cannes mit ihrem wunderschönen, mediterranen Charakter. Die Palmen, la Croisette, das Meer und die Partys verschmelzen zu einem schillernden Gemälde mit südfranzösischem Flair, dessen verführerischer Wirkung man sich nicht entziehen kann."
Auch Favoriten hat Schmidt bereits ausgemacht. Zum einen zählt er die Kampagne von Google Chrome "Fastball" dazu, außerdem hat es ihm die Kampagne "Luckyline" von Uniqlo angetan.
Gleichzeitig weiß er auch um die Gefahren seiner zu bewertenden Kategorie: "Digitale Medien sind immer auf der Suche nach der Innovation. Das bedeutet aber auch, dass die Jury eine Arbeit manchmal stärker honoriert, wenn sie einen neuen digitalen Kanal nutzt. Die Gefahr liegt darin, auf einen Innovationszug aufzuspringen, der einem im ersten Moment besonders fasziniert, weil in diesem Kanal noch nicht so viel Arbeiten entstanden sind."
Als große Aufgabe sieht Schmidt es daher, in der Jury "unabhängig und unparteiisch" zu sein. Und wenn die Arbeit in den klimatisierten Räumen, vor denen ihm graust, erledigt ist, dann bleibt ihm auch noch ein bisschen Zeit in Cannes. Für die Partys, die Provence und die Stadt.