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DRPR-Vorsitzender Richard Gaul überprüft die Berliner Agentur PRGS.
DRPR-Vorsitzender Richard Gaul überprüft die Berliner Agentur PRGS.

E.On-Kampagne: Verstoß gegen PR-Kodex?

veröffentlicht am 01.10.2009 um 10:06 Uhr · Agenturen · Artikel

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) prüft, ob die Berliner Agentur PRGS gegen den Verhaltenskodex im politischen Lobbying verstoßen hat. Dies bestätigte der DRPR-Ratsvorsitzende Richard Gaul gegenüber W&V Online.

Vergangene Woche war, offenbar durch den Fehler eines Mitarbeiters, ein Konzept für E.on Kernkraft öffentlich geworden. Darin liefert PRGS auf 109 Seiten ein detailliertes Drehbuch, wie die „politisch-öffentliche Debatte um die Verlängerung der Restlaufzeiten deutscher Atomkraftwerke positiv beeinflusst“ werden kann.

Daran wäre an sich nichts verwerflich. Aufmerken lässt jedoch ein Absatz, der darauf hindeutet, dass PRGS in Gesprächen mit Politikern, Journalisten führender Meinungsmedien und NGOs Informationen und Einschätzungen gesammelt hat, ohne den Auftraggeber offenzulegen. „Selbstverständlich wurden diese Gespräche ohne Nennung E.ons (geschwärzt) oder des Auftrags geführt“, heißt es in dem Konzept. Hat es einen Auftrag gegeben, wäre dies ein klarer Verstoß gegen das Wahrhaftigkeitsprinzip, wie es die Deutsche Gesellschaft für Politik-Beratung (Degepol) in ihrem Kodex definiert hat. PRGS-Geschäftsführer Thorsten Hofmann ist diesem Kodex als Degepol-Mitglied verpflichtet.

„Es gab lediglich einen Auftrag, neue Botschaften und Argumente zu entwickeln“, sagt Petra Uhlmann, Sprecherin der E.on Kernkraft, Hannover. PRGS sei aber mit dem gelieferten Konzept „weit darüber hinausgegangen“. Hofmann selbst sieht sich als Opfer einer „Desinformationskampagne“. Bei dem Papier handle es sich nur um eine „Ideensammlung“. Das erklärt allerdings nicht, wieso im Papier selbst von „Auftrag“ die Rede ist. Als Vorschläge zur verdeckten PR können bestimmte Formulierungen zumindest missverstanden werden. Von der „Entwicklung diskreter Pressekampagnen“ ist im Papier die Rede und davon, „Argumente pro Kernenergie in den Web-Diskurs einzuspeisen“. Der DRPR will im November einen Beschluss zu dem Fall fassen.

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