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Grey trennt sich von seinen Kreativchefs
Der Turnaround-Plan bei Grey ist vorerst gescheitert. Die Management-Konstellation hat nicht funktioniert. In der Folge trennt sich Grey nach rund 15 Monaten von den Kreativchefs Sacha Reeb und Andreas Henke. Das Personalgespräch soll laut Informationen von W&V am 15. Februar stattgefunden haben, die beiden CCOs wurden freigestellt.
Damit ist innerhalb von nur zwei Jahren der zweite Versuch gescheitert, die kreative Führung bei Grey Worldwide auf solide Beine zu stellen. Erst im Juni 2010 hatte man sich vom Dänen Per Pedersen getrennt. Auch er wurde damals als „Fremdkörper“ bezeichnet, so wie jetzt Reeb und Henke. Sie hätten in der Mannschaft nicht Fuß gefasst, begründet Uli Veigel, CEO der Grey G2 Group Germany, die Trennung. Dabei hatte man sich für die beiden erst nach längerer Suche entschieden. Einen Ersatz für die CCO-Doppelspitze gebe es bereits, heißt es. Der Name ist noch Verschlusssache. Unterm Strich hat Grey in Sachen kreativer Reputation – abgesehen von einer prämierten MTV-Kampagne – kaum Fortschritte gemacht. Auf der anderen Seite ist die einstige Stärke der Agentur, die Markenberatung, nicht mehr im Fokus.
Ob es dem neuen Management – im Februar kommt auch der neue CFO Andreas Janssen – gelingt, Ruhe ins Düsseldorfer Headquarter zu bringen, darf allerdings bezweifelt werden. Schließlich ist die Stimmung auch aus anderen Gründen mies. Die Agentur verzeichnete kaum Neugeschäft. Hier wird immer wieder Kritik an CEO Christian Hupertz laut. Es mangele an Führung, heißt es aus der Agentur. So hatte sich zum Beispiel Neckermann.de für Grey Worldwide entschieden, kurz darauf jedoch wechselte der Kunde zu Ogilvy, Frankfurt. Unitymedia hatte nach nur neun Monaten wieder zum Pitch aufgerufen. Jetzt belastet auch noch die Insolvenz des Kunden Schlecker die Agentur.
Rechnungen in einer Höhe, „in der man sie nicht haben will“, sind offen, sagt Uli Veigel. „Overhead-Kosten müssen angepasst werden“, bestätigt Owen Dougherty, Kommunikationschef der Grey Group in New York. Derzeit analysiere das deutsche Management, welche Maßnahmen nötig sind. Entlassungen werden wohl nicht zu vermeiden sein. Veigel hofft, die Zusammenarbeit nach Beendigung des Plan-Insolvenzverfahrens mit Schlecker fortsetzen zu können. Weiteres Grey-Sorgenkind ist Berlin. Das Büro verlor den Stammkunden Mobilcom-Debitel an Grabarz & Partner. Derzeit kümmern sich die Berliner Chefs Roland Vanoni und Arndt Dallmann fast nur mehr um den Kunden Allianz.
Veigel räumt ein, dass es besser laufen könnte. Er hat Rückendeckung aus New York: „Grey Düsseldorf ist eine profitable Agentur und war es über viele Jahre. Deutschland war immer unser Powerhouse, was Umsatz angeht“, so Dougherty. In den nächsten Monaten könne man die angekündigte Akquisition eines Digital-Dienstleisters verkünden. (kr/cob/lhe/ph)
Richter Redakteur










