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Künftiger Kreativchef von Grey: Roland Vanoni.
Künftiger Kreativchef von Grey: Roland Vanoni.

Kommentar: Warum Roland Vanoni für Grey die richtige Wahl ist

veröffentlicht am 21.02.2012 um 14:55 Uhr · Agenturen · Artikel

Mit den von ihr für das Präsidentenamt ausgewählten Kandidaten Horst Köhler und Christian Wulff hatte Bundeskanzlerin Merkel wenig Glück, wie man weiß. Ganz ähnlich wie die Kanzlerin mag sich zuletzt der Grey-Chef Uli Veigel gefühlt haben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Andreas Henke und Sacha Reeb - vor 15 Monaten als Kreativchefs in die Agentur geholt - offenbar überhaupt nicht ins Team passten. Deren Vorgänger Per Pedersen hatte sich noch kürzer im Amt gehalten. Bei der Trennung von Pedersen im Juli 2010 klang die Begründung ganz ähnlich.

Im Gegensatz zu Merkel musste Veigel nun bei der Suche nach dem neuen "Amtsinhaber" nicht zu seinem Glück gezwungen werden. Er kam selber drauf. Der künftige Grey-Kreativchef Roland Vanoni könnte sich für das kriselnde Network am Ende als eine Art "Gauck" erweisen: nämlich als einer, der in einer sehr unglücklichen und traurigen Situation endlich die Wende zum Besseren einleitet. Um viel mehr geht es im Moment nicht.

Vanoni ist dafür die absolut richtige Wahl. Er kommt zum einen aus der Agentur (Geschäftsführer von Grey Berlin) und er ist ein sehr enger Vertrauter von Uli Veigel. Schon vor über zehn Jahren arbeiteten die beiden zusammen bei der Agentur Bates, die 2003 von Grey übernommen wurde. Ihre Wege haben sich seitdem nicht mehr getrennt. Roland Vanoni, Arndt Dallmann und Uli Veigel gründeten 2004 unter dem Dach von Grey zusammen die Agentur Atletico International in Barcelona (später auch in Berlin). Die Agentur wird derzeit vollständig in das Grey-Network integriert.

Bei Atletico (und zuvor bei Bates) lieferte Vanoni über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren eine überaus konstante und solide Kreativleistung für die Automarke Seat ab. Bei der Arbeit für seinen zweiten großen Kunden, die Allianz-Versicherung, setzte Vanoni immer wieder besondere kreative Akzente - kein Wunder, hat er sein Handwerk ursprünglich doch bei Springer & Jacoby gelernt.

Effekthascherei ist das letzte, was Grey in der überaus schwierigen Situation, in der sich das Network derzeit befindet, gebrauchen kann. Stattdessen braucht es genau die Tugenden, die ein Mann wie Vanoni verkörpert. Und vor allem braucht es die Gewissheit, dass der Neue nicht nur ein herausragender Kreativer ist, sondern auch einer, auf den sich Veigel verlassen kann - und umgekehrt.

Über dasselbe Thema bloggt auch Lena Herrmann im Kontakter-Blog.

Warum Agenturchefs bei der Besetzung von Schlüsselpositionen häufig auf das falsche Pferd setzen, lesen Sie hier.

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