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Falscher QR-Code: Die Kosmetikindustrie soll mit ihrem eigenen Werbewaffen geschlagen werden.
Falscher QR-Code: Die Kosmetikindustrie soll mit ihrem eigenen Werbewaffen geschlagen werden.

NOAH: Jung von Matt kapert QR-Codes der Kosmetikindustrie

veröffentlicht am 07.02.2012 um 11:45 Uhr · Agenturen · Artikel

QR-Codes gehören mittlerweile zur Standardausstattung jeder ordentlichen Plakatkampagne. Wer sich für das Produkt interessiert, kann den abgebildeten Code mit dem Smartphone einscannen und weitere Informationen anschauen. Auch Kosmetikhersteller setzen auf das kompakte Infotool und bekleben ihre Werbeflächen mit den schwarz-weißen Codes. Diese könnten sich aber jetzt als Bumerang erweisen: Denn Jung von Matt/365 setzt in einer Kampagne für die Tierschutzorganisation NOAH ebensolche QR-Codes gegen die Kosmetikindustrie ein.

Für den Verein NOAH - Menschen für Tiere, der Tierversuche in der Kosmetikindustrie anprangert, entwickelte die Agentur den "Code:NOAH", der auf der Website http://code.noah.de heruntergeladen werden kann. Die Idee: Internetnutzer sollen den Code ausdrucken, ausschneiden - und dahin kleben, "wo er gesehen wird. Dahin, wo die Wahrheit aufgedeckt werden muss", wie es in der Erklärung heißt. Im Video auf der Website werden Werbeplakate der Kosmetikindustrie beklebt. Wird der NOAH-Code eingescannt, landet der Nutzer nicht auf der Info-Site der Kosmetikmarke - sondern wird via Smartphone aufgeklärt: "Schönheit hat ein Geheimnis". Dann sind Bilder aus einem Versuchslabor zu sehen.

Mit der Aktion will die Organisation darauf aufmerksam machen, dass Gesetzeslücken weiterhin Tierversuche in der Kosmetikindustrie ermöglichten, obwohl diese seit 1998 grundsätzlich verboten sind. So könnten Tierversuche zur Prüfung von Rohstoffen weiter durchgeführt werden, wenn diese nicht nur in Kosmetika, sondern auch in anderen Produkten verwendet werden. NOAH-Vorsitzende Christina Kunze sagt: „Solange die Gesetzgebung Schlupflöcher für Tierversuche lässt, werden wir die Öffentlichkeit auch darauf aufmerksam machen.“ Bislang hatte der Verein dabei vor allem auf die Medien gesetzt. „Diesmal gehen wir einen Schritt weiter", so Kunze. "Der Code:NOAH ist ein echter Trojaner. Ein Werkzeug, mit dem jeder selbst etwas für den Tierschutz tun kann.“

Verantwortlich bei Jung von Matt/365 sind Christian Kutscheid (Text), Hendrik Frey (Art) und Daniel Kießling (Beratung). Mit einer Hörfunkkampagne für NOAH gewann die Agentur 2011 Gold in Cannes.

Was halten Sie von der Aktion? Diskutieren Sie mit auf Facebook.

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