"Seltsame Interpretation": Weihenstephan wundert sich über Lothar Leonhard
Hat Ogilvy den Weihenstephan-Etat "wegen unzumutbarer Bedingungen" gekündigt? Marketingchef Frank Schübel sieht das ein bißchen anders als sein Ex-Dienstleister.
Nicht nur die vielen Kommentare auf der W&V-Fanpage bei Facebook zeigen, wie heiß das Thema ist: Agenturen, die ihren Kunden kündigen. Meist nennen die Chefs der Werbehäuser überhaupt keine Namen, ziehen sich lieber auf die Meta-Ebene zurück und verkünden Grundsätzliches. Nicht so Lothar Leonhard. In W&V-Ausgabe Nr. 28 erzählte der Ogilvy-Chairman unter anderem, seine Agentur hätte sich von der Molkerei Weihenstephan getrennt, weil die Vertragsbedingungen unzumutbar gewesen seien.
Eine Interpretation, die Frank Schübel „seltsam“ findet. Schließlich hätte Ogilvy nur den Pitch verloren, so der Weihenstephan-Marketingleiter. Im strategisch-konzeptionellen Bereich sei eine andere Agentur besser gewesen. Vielleicht, so mutmaßt Schübel, sei die Enttäuschung über den Etatverlust auf Seiten Leonhards einfach zu groß gewesen. Er kennt Ogilvy und Leonhard seit vielen Jahren, arbeitete mit den Frankfurtern schon während seiner Zeit bei Nestlé, der Deutschen Bahn - und zuletzt - bei Weihenstephan zusammen.