Aigner verstärkt ihre Kritik an Facebook
Die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner fordert vom Online-Netzwerk Facebook ein Signal für mehr Datenschutz.
"Ich erwarte, dass Facebook umgehend reagiert, zumal die Kritik vonseiten der Nutzer immer lauter wird“, sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. "Mit weltweit mehr als 400 Millionen Nutzern sollte Facebook ein Vorbild beim Datenschutz sein, nicht Schlusslicht." Damit verlieh Aigner ihrer Kritik am Zuckerberg'schen Netzwerk Nachdruck; kurz zuvor hatte sie Facebook in einem offenen Brief mit einer Kündigung ihrer Mitgliedschaft gedroht, wenn Daten der Nutzer ohne deren Einwilligung weitergegeben werden.
Auch der Chaos Computer Club (CCC) warnte indes vor Datenschutzlecks. "Wenn man erst mal drin ist, ist es eine Krake, die sich alles von den Nutzern holt", sagte Sprecher Frank Rosengart. Der Zweck der sozialen Netzwerke sei es letztlich, Geschäfte zu machen. Die Politik hat nach Ansicht des CCC aber kaum eine Handhabe: "Die Facebook-Nutzer haben mit dem amerikanischen Unternehmen eine Nutzungsvereinbarung", sagte Rosengart. Damit unterliege das Netzwerk nicht deutschem Recht.
Aus den USA gab es von Facebook bislang keine Stellungnahme. Eine Sprecherin sagte lediglich in Hamburg, das Unternehmen nehme die Reaktionen und die Kritik der Nutzer "sehr ernst". Völlig falsch sei die Annahme, dass Facebook Nutzerdaten an Werbetreibende weitergeben wolle, sagte die Sprecherin.
Ilse Aigner ist nicht die einzige Politikerin, die Facebook kritisiert. Auch die frühere Justizministerin Brigitte Zypries verlangte in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bereits ein Internet-Gesetzbuch, in dem auch der Datenschutz geregelt werden soll.