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ARD-App: Verleger fordern von Piel jetzt Taten

veröffentlicht am 05.01.2011 um 15:10 Uhr · Digital · Artikel

Die neue ARD-Vorsitzende Monika Piel hat kostenpflichtige Apps bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in Aussicht gestellt - jetzt fordern die Verleger Fakten. Piels Worten müssten Taten folgen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Wolfgang Fürstner, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Gratis-Angebote von ARD und ZDF beeinträchtigten das Geschäft der privaten Medien.

Die WDR-Intendantin Piel hatte in Interviews erklärt, sie werde sich dafür stark machen, dass die Öffentlich-Rechtlichen Geld für ihre Mobil-Applikationen verlangen, wenn auch die Verleger alle ihre Apps kostenpflichtig machen.

 

Unabhängig von möglichen Bezahl-Apps der ARD soll allerdings die "tagesschau" für mobile Endgeräte gratis bleiben, das stellte die ARD heute klar. Applikationen, die sich auf bestehende ARD-Internetangebote stützen, dürfen nach Meinung der ARD-Vorsitzenden Monika Piel auch weiterhin nichts kosten. "Denn dabei handelt es sich nur um die Ausspielung von vorhandenem Material auf neuen Vertriebswegen". Diese Inhalte seien über die Rundfunkgebühren schon bezahlt.

 

Fürstner wiederholte die Forderung nach einer Reform des Urheberrechts, die die Verlagsangebote im Netz vor kostenloser Nutzung schützen soll. Das sogenannte Leistungsschutzrecht richte sich nur an jene, die mit den Leistungen der Verlage Erlöse erzielten. Das Zitieren und das Verlinken auf andere Internetseiten sollten auch in Zukunft kostenfrei bleiben.

Bei einem schrumpfenden Printmarkt seien die Verlage darauf angewiesen, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen, vor allem im mobilen Internet, sagte Fürstner. 2011 sollen etwa 45 Prozent der Zeitschriftentitel als kostenpflichtige Apps auf dem Tablet-Computer iPad von Apple verfügbar sein.

Das Online- und Mobilgeschäft wird laut VDZ-Branchenumfragen in den kommenden Jahren weiter steigen und 2013 einen Umsatzanteil von zwölf Prozent erreichen - gegenüber sechs Prozent im Jahr 2009. Erlöse aus Anzeigen und Vertrieb blieben aber mit einem Anteil von rund 80 Prozent bei weitem die Haupteinnahmequelle der Zeitschriftenverlage.(dpa)

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